Was die Schwimmmeister nach tödlichen Unglücken vom Wochenende sagen (Symbolbild)
Sebastian Gollnow/dpa
Was die Schwimmmeister nach tödlichen Unglücken vom Wochenende sagen (Symbolbild)
Tödliche Badeunfälle

Tod im Freibad - «Das ist das Worst-Case-Szenario»

Zwei tödliche Unglücke in Freibädern haben auch die Schwimmmeister im Land erschüttert. Was sie dazu sagen.

Zwei Badetote nach einem Freibad-Besuch: Die beiden Fälle vom vergangenen Wochenende haben Schwimmmeister im ganzen Land geschockt und betroffen gemacht. «Das ist das Worst-Case-Szenario, von dem wir hoffen, dass es nie passiert», sagt der stellvertretende rheinland-pfälzische Landesvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, Christian Meinecke, der Deutschen Presse-Agentur in Niederwerth.

«Jeder Tote ist ein Toter zu viel, der ins Schwimmbad gegangen ist. Unabhängig davon, ob das ein Elfjähriger oder ein 99-Jähriger ist.» Die meisten Freibäder hätten erst am 1. Mai aufgemacht. «Wir haben Saisonanfang. Und jetzt haben wir schon zwei Tote. Das ist eigentlich unvorstellbar», sagte er. Noch seien die Hintergründe unklar, die Ermittlungen liefen. 

«Der Schwimmmeister ist kein Babysitter»

Am Wochenende ist in einem Freibad in Ludwigshafen ein vierjähriger Junge wahrscheinlich ertrunken. Er wurde leblos im Wasser gefunden. Und im Freibad in Birlenbach (Rhein-Lahn-Kreis) wurde ein Elfjähriger aus dem Wasser gerettet und ins Krankenhaus gebracht, dort starb er.

«Natürlich wollen wir immer, dass unsere Badegäste, wenn sie lachend, fröhlich ins Schwimmbad kommen, dieses auch lachend, fröhlich und lebend wieder verlassen», sagte Meinecke, der selbst Betriebsleiter in Boppard ist. Aber man werde nicht verhindern können, dass nie was passiere. 

Kinder, die nicht schwimmen könnten, müssen auf jeden Fall durchgehend von ihren Eltern beaufsichtigt werden - auch wenn sie Schwimmhilfen tragen. «Der Schwimmmeister ist kein Babysitter. Das sagen wir immer wieder», betonte Meinecke. Und: «Unser Job sind die Schwimmer und nicht die Nichtschwimmer.» 

Während beim Schwimmerbecken eine Aufsicht da sein müsse, sei das im Nichtschwimmerbereich nicht der Fall. Teils gebe es Bäder, in denen beide Bereiche eng nebeneinander seien: Da könnte man dann beides gut im Blick haben. In anderen Bädern gebe es aber räumliche Trennungen.

«Wir können nicht alles sehen»

Meinecke, der auch Vizepräsident im Bundesverband ist, appellierte an seine Kollegen, ihren Job weiterhin richtig und gutzumachen. Aber: «Je nach Größe des Bades können wir nicht alles sehen.» Am Becken stehen, dann die Technik oder Erste Hilfe auf der Wiese: Es sei schwierig, überall vor Ort präsent zu sein.

Hinzu kommen immer wachsende Anforderungen und ein Mangel an Fachkräften. Da seien die Kommunen als Badbetreiber gefragt.

© dpa-infocom, dpa:260527-930-135128/1
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