Studie: Kein Einfluss von Laschets Lachen auf Bundestagswahl
Wissenschaftlern zufolge ist nicht nachweisbar, dass der heftig kritisierte Lacher von 2021 im damaligen Flutgebiet sich auf die spätere Bundestagswahl auswirkte. Wie sie das herausfanden.
Wissenschaftlern zufolge ist nicht nachweisbar, dass der heftig kritisierte Lacher von 2021 im damaligen Flutgebiet sich auf die spätere Bundestagswahl auswirkte. Wie sie das herausfanden.
Jahre nach dem heftig kritisierten Lacher von CDU-Politiker Armin Laschet bei einer Veranstaltung zur Flutkatastrophe 2021 haben Wissenschaftler dessen Auswirkungen untersucht. Die Politikwissenschaftler der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität und der Goethe-Universität Frankfurt/Main fanden heraus, dass die Geste des damaligen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und CDU-Kanzlerkandidaten keinen nachweislichen Einfluss auf Wahlverhalten hatte.
Laschet war im Juli 2021 nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Erftstadt gewesen. Während einer Rede Steinmeiers war Laschet im Hintergrund lachend zu sehen gewesen, dafür wurde er später heftig kritisiert. Bei der späteren Bundestagswahl 2021 erlitt Laschet dann eine Niederlage, Olaf Scholz (SPD) wurde Bundeskanzler.
Damals laufende Langzeituntersuchung als Grundlage
Bis heute halte sich die Vorstellung, dass dieser Moment Laschet möglicherweise sogar die Wahl gekostet habe, sagte der Mainzer Politikwissenschaftler Constantin Wurthmann. «Wir wollten deshalb wissen, welche Folgen es tatsächlich hat, wenn politische Führungspersonen im falschen Moment die falsche Emotion zeigen.»
Dafür schauten sich die Forscher eine rund um den Lacher ohnehin laufende Langzeit-Befragung zur Bundestageswahl 2021 nochmal an. Einige Teilnehmer waren kurz vor dem Lacher, andere danach befragt worden. So habe sich in dem Fall untersuchen lassen, wie das Verhalten Einstellungen und Verhalten beeinflusst habe oder nicht, erklärten die Wissenschaftler.
Die in der Fachzeitschrift «Electoral Studies» veröffentlichte Studie ergab schließlich, dass der Laschet-Lacher zwar dem Image des Unionspolitikers schadete, aber keinen nachweisbaren Einfluss auf das Wahlverhalten hatte.
© dpa-infocom, dpa:260910-930-665373/1
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