Die Jungstörche müssen versorgt werden.
-/Storchenkamera Freinsheim-/dpa
Die Jungstörche müssen versorgt werden.
Kükenschlüpfen hat begonnen

Storchen-Nachwuchs braucht jetzt Wärme - Wetter entscheidend

Im Storchen-Nest in Freinsheim sind die ersten Küken geschlüpft. Wie das Wetter jetzt über ihr Überleben entscheidet und was Zuschauer an der Kamera beobachten können.

«Es geht los - das erste Wackelköpfchen ist da!» So kommentierte Christian Reis vom Storchenzentrum Bornheim die Meldung, dass in der Nacht zu Donnerstag das erste Storchenküken im Nest auf dem Dach der protestantischen Kirche in Freinsheim (Kreis Bad Dürkheim) geschlüpft ist. Am Morgen kam das zweite Küken dazu, jetzt rechnet der Experte damit, dass die beiden anderen Geschwister bis zum Sonntag schlüpfen werden.

In Freinsheim kann das Geschehen auf dem Kirchdach rund um die Uhr aus der Nähe verfolgt werden. Denn Florian Graus hat mit seiner Firma beim Erstbezug des Nestes 2022 hoch oben über der Stadt eine Kamera installiert, die 24 Stunden das Leben aus dem Storchennest zeigt. Allein im März wurde die Ankunft der beiden Störche mehr als 23.000 Mal angeschaut, im April habe es mehr als 24.600 Zugriffe gegeben - die Zahlen dürften jetzt mit dem neuen «Familienleben» noch weiter in die Höhe schnellen. 

Das Wetter ist entscheidend

Wie sich der Storchen-Nachwuchs weiter entwickelt, wird hauptsächlich vom Wetter abhängen. Christian Reis freut sich aktuell vor allem über Niederschlag. «Es ist sehr gut, dass es geregnet hat und auch wichtig, dass es nicht kalt ist!», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Denn die Nahrung der Küken besteht am Anfang zu 70 bis 80 Prozent aus Regenwürmern und Schnecken - dafür ist ein feuchter Boden erforderlich. 

Bei trockenem Wetter wären die Eltern gezwungen, an Bäche zu fliegen, um die passende Nahrung für den Nachwuchs zu finden. Von denen gebe es aber in der näheren Umgebung nicht so viele. Erst später sind die Küken in der Lage, auch größere Insekten oder Mäuse zu fressen. Manchmal sind auch Ratten oder Schlangen dabei. 

Dauerregen wäre tödlich

Auf der anderen Seite darf es auch nicht zu feucht und zu kalt sein. «Temperaturen zwischen zehn und zwölf Grad mit Dauerregen halten die Jungen nicht lange aus», sagte Reis. «Die Eltern sind zwar da und wärmen sie, aber wenn Dauerregen das Gefieder der Altvögel und das Nest durchnässt, wird es oft schwierig mit ausreichender Wärme. Dann sterben die Kleinen.»

Aktuell sei das Wetter aber gut für den Nachwuchs. «Alles in allem ein guter Stand, weil es immer mal wieder Schauer aber auch Sonne gibt und es warm ist. Das ist genau das, was sie nun brauchen, um Nahrung zu bekommen und sich immer wieder aufzuwärmen.»

Keine Überlebenschance für die Schwächsten

Unabhängig davon, wie sich Wetter und Nahrungsangebot entwickeln werden, ist klar, dass höchstens zwei Jungstörche ausfliegen werden. Die größten Chancen haben die beiden, die zuerst schlüpfen. Die Schwächsten im Nest werden sterben. Sie werden von den Eltern über das Nest «aussortiert» oder auch, wenn sie zu klein sind, gefressen, um keine Fressfeinde anzulocken. «Klar sieht das für uns Zuschauer, für uns Menschen, immer schwierig aus und wir können die Entscheidung oft nicht nachvollziehen, aber die Tiere machen genau das Richtige. Das machen sie schon seit Tausenden von Jahren so», sagte der Experte. 

So oder so werden Storchen-Fans das Leben der Störche jetzt noch diverse Wochen verfolgen können. Erst im August werden die Tiere das Nest wieder verlassen und sich auf den Weg in Richtung Süden aufmachen. «Lassen wir uns überraschen, wie es weitergeht!», so Reis.

Insgesamt gibt es in Rheinland-Pfalz seinen Angaben nach rund 700 Storchen-Paare. Bei etwa drei Viertel von ihnen seien schon die ersten Küken geschlüpft.

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