Deutschland braucht Ansicht von Steinmeier verlässliche Partner in der Welt.
Harald Tittel/dpa
Deutschland braucht Ansicht von Steinmeier verlässliche Partner in der Welt.
Bundespräsident

Steinmeier: «Wir erleben einen doppelten Epochenbruch»

Bundespräsident Steinmeier bereist mit dem Diplomatischen Korps das Saarland. Auch dort spielt Weltpolitik eine Rolle.

Mehr denn je braucht Deutschland nach Ansicht von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Zusammenarbeit mit verlässlichen Partnern in der Welt. «Wir erleben einen doppelten Epochenbruch, für den es keine historische Blaupause gibt», sagte er im saarländischen Völklingen vor rund 135 Botschaftern.

«In dieser Lage brauchen wir, - ja, - militärische Stärke. Aber wir brauchen ebenfalls Partner, Regeln, Diplomatie und die feste Überzeugung, dass offene Gesellschaften erstrebenswerter und zugleich widerstandsfähiger sind als geschlossene.» Steinmeier sprach bei einem eintägigen Besuch des Diplomatischen Korps im Saarland.

Russland habe mit den Grundprinzipien europäischer Sicherheit gebrochen. Gleichzeitig seien im transatlantischen Verhältnis Gewissheiten weggebrochen. «Sicherheit, Freiheit, Wohlstand – dieser Dreiklang, den Generationen vor uns erkämpft haben, alles das leider keine Selbstverständlichkeit mehr.»

Steinmeier: «In einer Welt, in die rohe Machtpolitik zurückgekehrt ist, in der Regeln missachtet und Grenzen verschoben werden, sind wir auf eines mehr angewiesen denn je: auf Partner, die verlässlich sind.»

Steinmeier: Das Saarland setzt Maßstäbe

Steinmeier bezeichnete das Saarland als eine Region, «die Europa nicht von oben verordnet bekommen hat, sondern von Grund auf in sich trägt. An der Grenze, im Alltag, im Miteinander mit den französischen Nachbarn». 

Das Saarland werde oft als bevorzugte Maßeinheit für alles, was man sich sonst schwer vorstellen könne, herangezogen, sagte Steinmeier. Beispielsweise im Größenvergleich mit einem Gletscher am Nordpol oder einer Wüste in Südamerika. Dabei setze dieses Land selbst Maßstäbe: in der Wirtschaft, in der Forschung, in der Kultur, im Miteinander.

«Es sei eine große Ehre, dass der traditionelle Besuch des Bundespräsidenten mit dem Diplomatischen Korps ins Saarland führt», sagte die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD). Das Bundesland könne bei den Gästen «eine tolle Visitenkarte für das Saarland abgeben und zeigen, welche Kraft in unserer Region steckt». 

Steinmeier zeigt Diplomaten das Saarland 

Zu den Stationen der Tour gehörten das Elektroinstallationsunternehmen Hager, das Leibniz-Institut für Neue Materialien an der Universität des Saarlandes, das Weltkulturerbe Völklinger Hütte und der Keramikhersteller Villeroy & Boch.

Ziel der seit 1996 organisierten Reisen ist es, den ausländischen Diplomaten Deutschland und die Vielfalt seiner Regionen zu präsentieren. 2025 waren die Botschafterinnen und Botschafter mit dem deutschen Staatsoberhaupt in Mecklenburg-Vorpommern.

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