Saarstahl warnt vor Aufweichung des CO2-Handels
Die EU arbeitet an einer Reform zum Emissionshandel, Saarstahl-Chef Rauber schlägt Alarm: Eine Aufweichung gefährde grünen Stahl und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft.
Die EU arbeitet an einer Reform zum Emissionshandel, Saarstahl-Chef Rauber schlägt Alarm: Eine Aufweichung gefährde grünen Stahl und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft.
Der Chef der Stahlhersteller Saarstahl und Dillinger Hütte, Stefan Rauber, warnt vor einer Aufweichung des EU-Emissionshandels. Unternehmen, die ihre Produktion nicht umstellten, könnten sonst «länger und günstiger CO2-intensiv produzieren», sagte Rauber dem «Spiegel». Das mache es für Kunden unattraktiver, grünen Stahl zu kaufen.
Rauber befürchtet zudem, dass eine Reform den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft gefährdet. «Je stärker der Emissionshandel aufgeweicht wird, desto unattraktiver werden Investitionen in die Produktion von Wasserstoff», sagte er. «Das ist ein Risiko für uns: weniger Anbieter, höhere Kosten.»
Saarstahl und Dillinger Hütte investieren dem Bericht zufolge mit staatlicher Förderung 4,6 Milliarden Euro in einen klimagerechten Umbau der Stahlproduktion. Die Beteiligten hatten dabei auf weiter steigende CO2-Preise gesetzt.
Reformvorschlag der EU-Kommission erwartet
Die EU-Kommission will voraussichtlich am Freitag eine Reform des Emissionshandels vorschlagen, um kriselnde Industriebetriebe zu entlasten. Diskutiert werde unter anderem, die Vergabe neuer Emissionsrechte langsamer zu reduzieren als geplant.
Als Ausgleich erwäge Brüssel, Vorreitern wie Saarstahl zusätzliche Zertifikate zu geben, hieß es in dem Bericht. Nicht benötigte Rechte könnten an andere Betriebe verkauft werden. Die Erlöse wären angesichts schwankender Preise jedoch kaum planbar. «Das klingt in der Theorie gut, in der Praxis wäre es ein Börsenspiel», kritisierte Rauber. «Wir würden das Risiko tragen, dass der CO2-Preis fällt, statt zu steigen.»
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