Saarland: Strompreis-Entlastung reicht nicht
Die EU-Kommission erlaubt Deutschland, energieintensive Industrie mit vergünstigtem Strompreis zu unterstützen. Im globalen Wettbewerb reichen die Entlastungen aus Sicht des Saarlandes nicht aus.
Die EU-Kommission erlaubt Deutschland, energieintensive Industrie mit vergünstigtem Strompreis zu unterstützen. Im globalen Wettbewerb reichen die Entlastungen aus Sicht des Saarlandes nicht aus.
Die saarländische Landesregierung begrüßt das grüne Licht aus Brüssel für einen vergünstigten Strompreis für die Industrie. «Die Entscheidung der EU-Kommission ist ein wichtiges und längst überfälliges Signal für den Industriestandort Deutschland», erklärte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD). Energieintensive und außenhandelsabhängige Betriebe würden gezielt entlastet – sie stünden seit Jahren unter enormem Druck durch die immer weiter steigenden Energiepreise. «Das Saarland als Industriestandort ist davon besonders betroffen», so Rehlinger.
Die zu erwartende Entlastung falle allerdings vergleichsweise gering aus. «Wenn energieintensive und außenhandelsabhängige Branchen am Ende nur mit einer Entlastung von rund einem Cent pro Kilowattstunde rechnen können, wird das im internationalen Wettbewerb nicht genügen», erklärte die SPD-Politikerin. «Unsere Stahl- und Industriebetriebe brauchen wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Dabei geht es um nicht weniger als die Zukunft unserer industriellen Wertschöpfung und um viele tausend Arbeitsplätze im Land.» Nötig seien daher dauerhaft und strukturell niedrigere Energiepreise sowie ein konsequenter Ausbau erneuerbarer Energien.
«Erster Schritt in die richtige Richtung»
Auch der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) sprach von einem «ersten Schritt in die richtige Richtung». Für den Erhalt der Grundstoffindustrie in Deutschland brauche es jedoch mehr. «Entscheidend ist eine flexible und unbürokratische Ausgestaltung, die es ermöglicht, verschiedene Entlastungsmaßnahmen miteinander zu kombinieren.»
Zuvor hatte die EU-Kommission mitgeteilt, dass der Bundesregierung erlaubt werde, die Industrie mit einem vergünstigten Strompreis zu unterstützen, und zwar in einem Umfang von 3,8 Milliarden Euro. Laut Bundeswirtschaftsministerium ist die Unterstützung für rund 9.500 strom- und handelsintensive Unternehmen aus besonders energiehungrigen Branchen wie Chemie, Gummi- und Kunststoffwaren, Glas, Zement und Halbleiterfertigung gedacht. Sie sollen so viel Förderung erhalten, dass sie am Ende noch 5 Cent pro Kilowattstunde zahlen - gemessen am Großhandelsstrompreis. Weitere Bereiche sollen möglicherweise später noch in die Förderung einbezogen werden.
© dpa-infocom, dpa:260416-930-955026/1
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten