Prozess nach Messerangriff auf Kind - Sexuelles Motiv?
Wollte der Angeklagte einen versuchten Missbrauch in der Pflegefamilie vertuschen? Das soll nun das Gericht klären.
Wollte der Angeklagte einen versuchten Missbrauch in der Pflegefamilie vertuschen? Das soll nun das Gericht klären.
Wollte ein Angeklagter ein zehnjähriges Mädchen töten, um angebliche sexuelle Kontakte zu vertuschen? Das soll das Landgericht Kaiserslautern klären. Der Prozess in der pfälzischen Stadt habe wie geplant begonnen, teilte ein Justizsprecher mit.
Es geht um eine Nacht im August 2025 in Schallodenbach (Kreis Kaiserslautern). Der Staatsanwaltschaft zufolge soll der Angeklagte dem in derselben Pflegefamilie wohnenden Kind Geld geboten haben, damit es sich auszieht. Als die Zehnjährige sich geweigert und gesagt habe, alles der Pflegemutter zu erzählen, soll der 22-Jährige mit einem Fleischermesser mehrere Stich- und Schnittbewegungen in Richtung des Kopfes und des Halses des Kindes ausgeführt haben.
Festnahme nach Flucht
Der Angeklagte, so lautet der Vorwurf, habe verhindern wollen, dass bekannt würde, dass er aus sexuellen Motiven heraus an das Mädchen herangetreten war. Die Zehnjährige erlitt demnach zwei tiefe Schnittverletzungen am Kopf sowie Verletzungen an den Armen und musste operiert werden. Der Mann floh, als das Kind zu schreien begann, und wurde zwei Tage später festgenommen.
Vor dem Landgericht seien weitere Verhandlungstage vorgesehen, sagte der Sprecher. Zahlreiche Zeugen sollen vernommen werden - sowohl aus dem persönlichen Umfeld als auch ermittelnde Polizeibeamte.
Angeklagter in Untersuchungshaft
Bereits zuvor hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass sich in den Ermittlungen der Verdacht erhärtet habe, dass der 22-Jährige mit dem Angriff einen versuchten sexuellen Kindesmissbrauch ohne Körperkontakt verdecken wollte.
Mit dem Motiv der Vertuschung sei ein Mordmerkmal erfüllt, so die Anklagebehörde. Der 22-Jährige habe erklärt, dass er dem Mädchen das Geschehene nicht habe antun wollen. Er befindet sich in Untersuchungshaft.
© dpa-infocom, dpa:260223-930-724304/1
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