Polizisten-Mordprozess: Anklage fordert 13 Jahre
17 Schüsse, ein toter Kommissar – und ein paar Monate später sitzt ein 19-Jähriger vor Gericht. Er hört mit an, welche Strafe die Staatsanwaltschaft für ihn fordert.
17 Schüsse, ein toter Kommissar – und ein paar Monate später sitzt ein 19-Jähriger vor Gericht. Er hört mit an, welche Strafe die Staatsanwaltschaft für ihn fordert.
Im Mordprozess um einen getöteten Polizisten im Saarland hat die Staatsanwaltschaft für den 19 Jahre alten Angeklagten eine Jugendstrafe von 13 Jahren und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gefordert. Die besondere Schwere der Schuld und mehrere Mordmerkmale seien erfüllt.
Dem Angeklagten mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit werden Mord, versuchter Mord und besonders schwerer Raub vorgeworfen. Er soll am 21. August 2025 nach einem Tankstellenüberfall in Völklingen einem Polizeianwärter die Dienstwaffe entrissen und 17 Schüsse abgegeben haben. Sechs Kugeln trafen den 34-jährigen Polizeioberkommissar Simon Bohr, der an schweren Verletzungen starb. Die Tat hatte für Aufsehen gesorgt.
Der Angeklagte habe zwar wegen einer paranoiden Schizophrenie im Zustand verminderter Schuldfähigkeit gehandelt, sagte der Oberstaatsanwalt. Es verbiete sich aber, zu sagen, der Angeklagte habe keine Alternative gehabt. Auch die Nebenklage fordert eine Unterbringung und eine Jugendstrafe – allerdings die Höchststrafe von 15 Jahren.
Die Verteidigung sah die Mordmerkmale nicht erfüllt und sprach sich wegen Totschlags und versuchten Totschlags für eine Jugendstrafe von sechs Jahren und eine Unterbringung aus. Als dem Angeklagten das letzte Wort erteilt wurde, sagte er: «Ich schließe mich meinem Anwalt an.» Das Urteil könnte am Dienstag oder Mittwoch gesprochen werden.
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