Die neue Landgrafenbrücke wird rund 48 Meter lang und 14,50 Meter breit sein. (Archivbild)
Thomas Frey/dpa
Die neue Landgrafenbrücke wird rund 48 Meter lang und 14,50 Meter breit sein. (Archivbild)
Brücken

Neue Landgrafenbrücke soll Hochwasser im Ahrtal standhalten

Nach der Flut 2021 entstehen im Ahrtal neue Brücken: Die Landgrafenbrücke soll künftig sogar hundertjährlichem Hochwasser standhalten – und bietet mehr Platz für Verkehr, Radfahrer und Fußgänger.

Der Wiederaufbau der bei der Flutkatastrophe im Ahrtal zerstörten Brücken kommt weiter voran. Große Fortschritte gibt es bei der neuen Landgrafenbrücke in Bad Neuenahr-Ahrweiler, bei der in dieser Woche das letzte Brückenteil eingehoben wurde. «Mit dem Einhub wurde eine wichtige Etappe geschafft – nun beginnen die letzten Monate Bauzeit», sagte eine Sprecherin der Stadt. 

«Für die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ist dies ein weiterer äußerst wichtiger und auch symbolisch bedeutsamer Schritt im Wiederaufbau.» Mit der Landgrafenbrücke werde eine der wichtigsten Verbindungsachsen im Zentrum von Bad Neuenahr wiederhergestellt.

Tonnenschwere Teile

Der symbolische Baustart, also der sogenannte Spatenstich, für die Brücke war im November 2024 erfolgt. In der vergangenen Woche wurden alle drei Brückenfelder erfolgreich eingesetzt, wie die Stadt mitteilte. Zwei Mobilkräne mit jeweils 800 Tonnen Traglast hoben die teils über 100 Tonnen schweren Brückenteile in ihre endgültige Position.

Nach dem abgeschlossenen Einhub beginnen der Stadt zufolge nun die nächsten Bauabschnitte: Die einzelnen Brückenteile werden fest miteinander verbunden, anschließend wird die Fahrbahn mit Stahl verstärkt, betoniert und asphaltiert. Die Brücke kommt der Sprecherin zufolge ohne Fugen und bewegliche Lager aus und gilt daher als besonders robust und wartungsarm.

Wie wird die Brücke aussehen?

Die neue Landgrafenbrücke wird rund 48 Meter lang und 14,50 Meter breit sein und damit deutlich länger als das Bauwerk vor der Flutkatastrophe 2021 – das eine Länge von 33 Metern hatte. Vorgesehen sind zwei Fahrspuren für den motorisierten Verkehr, außerdem beidseitige Radfahrstreifen und separate Gehwege.

Die sogenannten Restarbeiten sollen nach Angaben der Stadt bis Sommer 2026 abgeschlossen werden. Dazu zählen neben dem Fahrbahnbelag auch Geländer, technische Prüfungen sowie der Bau von Stützwänden. Im Anschluss wird die Behelfsbrücke zurückgebaut. Die Verkehrsfreigabe ist demnach für Herbst 2026 geplant.

Soll Hochwasser standhalten können

Beim Neubau spielt der Hochwasserschutz eine zentrale Rolle, wie die Sprecherin betonte. Die Brücke ist demnach so ausgelegt, dass sie ein statistisch hundertjährliches Hochwasser bewältigen kann. Dieser Wert wurde nach der Flut 2021 für die Ahr-Region auf über 500 Kubikmeter pro Sekunde mehr als verdoppelt, wie die Sprecherin erklärte. Zudem sei das Bauwerk auf extreme Belastungen ausgelegt, die in etwa den Bedingungen der Flutkatastrophe entsprächen. Dazu kämen weitere Maßnahmen wie die Positionierung der Pfeiler in Fließrichtung.

Die Kosten für das Projekt liegen der Stadt zufolge bei rund neun Millionen Euro und werden aus dem Wiederaufbaufonds finanziert. Insgesamt werden 16 zerstörte Brücken im Stadtgebiet neu errichtet. Die erste nach der Flutkatastrophe final wiederhergestellte Brücke war im Oktober 2025 die Heppinger Brücke, die Landgrafenbrücke und die Bachemer Brücke werden als Nächstes folgen. Zudem soll noch in diesem Jahr der Bau weiterer Brücken starten, etwa der Maria-Hilf-Brücke, der Casinobrücke, der Obertorbrücke und der Kurgartenbrücke.

© dpa-infocom, dpa:260502-930-22697/1
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