Lotto-Chef: Glücksspiel braucht klare Standards
Der neue Lotto-Chef hat die ersten 100 Tage im Amt geschafft. Sein Blick auf das Unternehmen, die Herausforderungen der Branche – und seinen bislang größten Erfolg beim Tippen.
Der neue Lotto-Chef hat die ersten 100 Tage im Amt geschafft. Sein Blick auf das Unternehmen, die Herausforderungen der Branche – und seinen bislang größten Erfolg beim Tippen.
Der neue Chef von Lotto Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, will das dichte Netz an Annahmestellen im Land erhalten. «Behalten möchte ich die große Anzahl der jetzigen Annahmestellen in der Fläche», sagte Baldauf nach 100 Tagen im Amt. Die Menschen spielten durchaus gerne vor Ort - etwa im Kiosk oder an Tankstellen.
Baldauf ist seit Anfang Juni Geschäftsführer von Lotto Rheinland-Pfalz mit Sitz in Koblenz. Der Pfälzer war in früheren Jahren mal CDU-Landeschef und Vorsitzender der Unionsfraktion im Landtag in Mainz. Er löste Jürgen Häfner ab, der das Unternehmen von 2014 bis Anfang 2026 geleitet hatte.
Glücksspiel im Internet
«Die größte Herausforderung aus meiner Sicht ist das illegale Spielen im Internet, weil auf unseren Seiten und in den Annahmestellen geprüft wird, ob jemand 18 ist und ob er leistungsfähig ist», sagte Baldauf. Das Internet kenne dagegen keine Landes- oder nationalen Grenzen. «Die größte Herausforderung ist deshalb, wenn man das in der Legalität erhalten will, dass man sich auch bei der europäischen und der weltweiten Lotteriegemeinschaft mit klaren Vorgaben und Standards ausstattet», sagte er.
Dies sei aus seiner Sicht die einzige sichere Möglichkeit, Menschen vor Spielsucht zu schützen und Jugendliche davon abzuhalten, zu früh mit dem Glücksspiel in Kontakt zu kommen. Bei Soziallotterien gebe es zudem starke Konkurrenz aus anderen Ländern.
Geld für Sport, Kultur und Soziales
Lotto Rheinland-Pfalz führt das staatliche Glücksspiel im Auftrag des Landes durch – mit klaren Regeln: «Die Hälfte wird als Gewinn ausgeschüttet, vom Rest werden Steuern und laufende Kosten bezahlt. Der allergrößte Teil geht in soziale, humanitäre, kulturelle und sportliche Bereiche», sagte Baldauf. «Darunter sind auch Bereiche, in denen normalerweise kein öffentliches Geld mehr zur Verfügung gestellt wird, obwohl es notwendig ist», sagte er.
Daneben fördere die Lotto-Stiftung zahlreiche Projekte. Im vergangenen Jahr seien 1.200 Bewilligungen ausgesprochen worden - von Brauchtum und Karneval bis hin zu Sportvereinen und kulturellen Veranstaltungen.
Besonders am Herzen liegen Baldauf dabei Projekte für Kinder und kommende Generationen. «Wir sind auf dieser Erde dafür da, dass wir etwas für andere mittun und vor allem auch für diejenigen, die nach uns kommen», sagte er. Die heutige Zeit sei in dieser Hinsicht schwieriger als früher.
Baldauf spielt selbst Lotto
Auch privat ist Baldauf dem Glücksspiel nicht fern. «Ich spiele auch Lotto, ab und zu, eigentlich samstags», sagte er. Mit Erfolg? «Ich habe maximal mal einen Vierer gehabt.» Es gebe die unterschiedlichsten Theorien - etwa immer dieselben Zahlen zu spielen oder sie regelmäßig zu wechseln. «Wer weiß, es ist halt Glücksspiel.» Und wer nicht gewinnt, dem sagt er: «Es ist kein verlorenes Geld. Im Gegenteil: Man tut eine gute Tat, entweder für sich selbst, weil man was gewinnt, oder für andere.»
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