Die Linken-Politikerin wartet auf ihren Einzug in den Bundestag. (Symbolbild)
Sascha Ditscher/dpa
Die Linken-Politikerin wartet auf ihren Einzug in den Bundestag. (Symbolbild)
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Linke: Warum sitzt Lin Lindner noch nicht im Bundestag?

In Trier wartet eine Linken-Politikerin immer noch auf den offiziellen Bescheid zum Nachrücken in den Bundestag. Und kandidiert derweil für den Landtag.

Eigentlich sollte die Trierer Linken-Politikerin Lin Lindner schon längst im Bundestag sitzen. Sie wurde im August 2025 von der Partei als Nachrückerin für den schwer erkrankten Mainzer Sozialmediziner Gerhard Trabert benannt, der sein für die Linke errungenes Bundestagsmandat aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten kann.

Woran hakt es?

«Es hat sich herausgestellt, dass die Familie, obwohl sie vom Amtsgericht als rechtliche Betreuer eingesetzt wurde, nicht dazu berechtigt ist, eine Mandatsniederlegung stellvertretend zu erklären», teilte ein Sprecher der Partei in Berlin mit. Und eine persönliche Erklärung durch Gerhard Trabert sei aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht möglich. Trabert (69) hatte mehrere Schlaganfälle erlitten.

Wie geht es weiter?

«Alle Beteiligten möchten den Mandatsverzicht zeitnah und für alle transparent umsetzen. Wir arbeiten gemeinsam daran, eine rechtssichere und respektvolle Lösung zu finden», sage der Parteisprecher weiter. Man setze sich dafür ein, dass es schnell zu einer Lösung komme - im Sinne von Trabert, seiner Familie und der politischen Verantwortung, die die Partei trage.

Nimmt Lindner schon an Debatten teil?

«Da Lin Lindner keine Abgeordnete ist, nimmt sie auch nicht an den Debatten im Plenum teil», sagte der Sprecher. In der Vergangenheit sei Lindner immer wieder mal während der Sitzungswochen in Berlin und als Gast im Parlament gewesen, um sich mit den Abläufen und den aktuellen Debatten innerhalb der Bundestagsfraktion der Linken vertraut zu machen.

Was sagt Lin Lindner dazu?

«Es ist eine nervige Situation.» Eigentlich warte sie auch nur auf den Brief, dass sie offiziell Bundestagsabgeordnete sei. Die Situation sei aber nun schon lange so, dass sie sich irgendwie daran gewöhnt habe. «Mein persönlicher Coping-Mechanismus für vieles ist Humor. Es ist so tragisch, ich kann nur noch darüber lachen», sagte die 31-Jährige. 

Ein Mandat in einem Parlament zu haben, sei «eine große Ehre». Sie würde auch gerne das in Vollzeit machen, für das sie sich politisch einsetze. Derzeit studiert Lindner im Masterstudiengang Medien und Kultursoziologie an der Uni Trier.

Und wieso macht sie im Landtagswahlkampf mit?

Lindner tritt zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März als Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis Trier an. Sie sei da bereits aufgestellt gewesen, bevor die Nachricht kam, dass sie in den Bundestag nachrücken solle. Es sei sehr unwahrscheinlich, dass sie bei der Landtagswahl das Direktmandat in Trier hole, sagte Lindner. 

Und wenn doch? «Dann würde ich das Direktmandat annehmen und das Bundestagsmandat weitergeben auf der Liste», sagte Lindner. Wovon sie aber fest überzeugt ist: «Dass es die Linke dieses Mal in den Landtag schafft!»

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