Lies: Ländervorsitz zunächst nicht Sachsen-Anhalt übergeben
Wenn sich die Regierungschefs der Länder treffen, hat immer ein Bundesland den Vorsitz. Zum Oktober sollte das Sachsen-Anhalt werden. Aber bleibt es nach dem Wahlerfolg der AfD dabei?
Wenn sich die Regierungschefs der Länder treffen, hat immer ein Bundesland den Vorsitz. Zum Oktober sollte das Sachsen-Anhalt werden. Aber bleibt es nach dem Wahlerfolg der AfD dabei?
Sachsen-Anhalt sollte nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies nach der dortigen Landtagswahl zunächst nicht den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) übernehmen. «Aufgrund der derzeit unklaren und absehbar schwierigen Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt wäre es vernünftig, den MPK-Vorsitz nicht zum 1. Oktober auf Sachsen-Anhalt zu übertragen», sagte der SPD-Politiker, der derzeit den Co-Vorsitz der Länderrunde innehat. Vorsitzland ist derzeit Rheinland-Pfalz.
Angesichts der großen Reformvorhaben in Deutschland brauche es eine funktionstüchtige MPK, die eine gute Abstimmung und Zusammenarbeit der Länder gewährleistet, sagte Lies weiter. «Im Kreis der Länder werden wir jetzt darüber beraten, was hier der beste Weg ist.»
Turnusmäßig sollte Sachsen-Anhalt den Vorsitz zum 1. Oktober für ein Jahr übernehmen. Allerdings hatte der Ministerpräsident des Landes, Sven Schulze (CDU), gestern in einem Schreiben an den rheinland-pfälzischen Regierungschef Gordon Schnieder (CDU) erklärt, dass die Übernahme dieser Verantwortung nach der Wahl «nicht mehr sachgerecht» erscheine.
Eine «einwandfreie technische und inhaltliche Vorbereitung und Durchführung» sei angesichts des Wahlausgangs und der ungewissen Regierungsbildung nicht gewährleistet, schrieb Schulze. Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.
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