Das Team Gordon Schnieder hat allen Grund zur Freude.
Hannes Albert/dpa
Das Team Gordon Schnieder hat allen Grund zur Freude.
Rheinland-Pfalz-Wahl

Landtagswahl: «Olé, olé» bei CDU - SPD fassungslos

Von wegen Zittern: Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz steht schnell fest, wer zu den Verlierern und wer zu den Gewinnern zählt. Die Reaktionen reichen von geschockter Stille bis zu Jubelsprüngen.

Frenetischer Jubel, betretene Stille: Die Ergebnisse der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz haben die Parteien schnell in Verlierer und Sieger getrennt. Wie war die Stimmung auf den Wahlpartys?

Jubel und Küsse bei der CDU

Bei der CDU herrschte um kurz vor 18.00 Uhr angespannte Stimmung, die Wahlparty war brechend voll. Nachdem der ersten Prognose löste sich die Anspannung in frenetischen Jubel auf. Die Parteianhänger lagen sich strahlend in den Armen und stimmten «Olé, olé» an.

Jubel-Fäuste flogen in die Luft, die Stimmung wurde euphorisch. Dann flammten Gesänge auf, etwa «35 Jahre sind vorbei» – als Anspielung auf die Zeit ohne die CDU in der Mainzer Staatskanzlei.  

CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder war schon früh ins Abgeordnetenhaus gekommen, hielt sich dann mit seiner Familie in seinem Zimmer im dritten Stock auf. Er ließ wenig später auf dem Podium von seinen Parteifreuden feiern - und küsste nach seiner Rede mehrfach seine Frau. 

Bedrückte Stille und Ratlosigkeit bei der SPD 

Bei der SPD-Wahlparty im Abgeordnetenhaus herrschte bei den ersten Prognosen Entsetzen - und enttäuschte Ruhe. Manche Politiker schlugen die Hände vor dem Gesicht zusammen, andere SPD-Anhänger nahmen sich zum Trost gegenseitig in die Arme. 

Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) ließ sich Zeit - um 19.25 Uhr war er immer noch nicht bei der Wahlparty im Fraktionssaal erschienen. Bei den meisten SPD-Anhängern dort herrschte völlige Ratslosigkeit vor - und Rätselraten darüber, wie es nun weitergehen wird. Würde Schweitzer nach der absehbar klaren Niederlage komplett das Handtuch werfen? 

Freudensprünge bei AfD

Bei der AfD-Wahlparty machte sich vor den ersten Zahlen freudige Erwartung breit. Als Alice Weidel und Tino Chrupalla eine Viertelstunde vor Schließung der Wahllokale zur Wahlparty der AfD stießen, wurden sie mit Applaus begrüßt. Beide scherzten mit Spitzenkandidat Jan Bollinger. An der Seitenwand stand ein großer Aufsteller mit der Aufschrift «Zukunft für Rheinland-Pfalz!»

Bei der ersten Prognose riss Bollinger die Hände in die Höhe, Weidel sprang mit beiden Händen von hinten an seinen Schultern hoch, danach fielen sie sich in die Arme. Konfetti flog in der Luft, es gab ein High-Five nach dem anderen. 

Erleichterung und Regenbogen-Socken bei den Grünen

Bei den Grünen herrschte am Abend vor allem Zufriedenheit vor. Das Ergebnis der Partei lag ungefähr auf der Höhe des Ergebnisses bei der Landtagswahl 2021. Dennoch wird es diesmal für die Grünen aller Voraussicht nach nicht für eine Regierungsbeteiligung reichen. 

Bei der Wahlparty in Mainz lagen Regenbogen-Socken auf den Tischen - zum Zugreifen für alle. Kalte Füße gab vor der Ergebnisverkündung allerdings niemand zu. Spitzenkandidatin Katrin Eder griff kurz vor der Prognose an die Hand von Parteichef Felix Banaszak. Eder sagte, sie sei über das Ergebnis sehr erleichtert.

Enttäuschung bei den Linken

Bei der Linken war die Stimmung verhalten – anders als erhofft, zeichnete sich nicht schon um 18.00 Uhr klar ab, dass der Partei der Einzug in den Landtag sicher gelingen wird. Mit 4,5 Prozent bei der ersten Prognose war diese Hoffnung zunächst dahin. 

Angetreten war die Partei mit dem Motto «Die Hoffnung organisieren». Auf Gummibärchen-Packungen war dieser Spruch auch am Abend zu lesen. Vor 18.00 Uhr stimmte die Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende Rebecca Ruppert die Gäste der Linken-Wahlparty noch auf eine lange Nacht ein. «Schön, dass ihr euch entschieden habt, die spannendsten Nacht des Jahres mit uns zu verbringen.» 

Beim Ergebnis der FDP war bei der Linken Gelächter und Applaus zu hören, das AfD-Ergebnis erntete Buhrufe. Nach den ersten Prognosen, die die Linken unter der 5-Prozent-Hürde sehen, war die Stimmung in der Halle dann aber deutlich gedrückt. 

Bedrückte Stimmung bei der FDP

Die FDP trauerte gleich doppelt: Sie fliegt voraussichtlich nicht nur aus der Regierung, sondern auch aus dem Landtag. Für die Nerven lag Traubenzucker bereit, darauf der Spruch «FDP – Die Kraft, die es braucht». Hinter der Bühne standen auch Blumen bereit.

In der ersten Reihe vor dem Monitor waren die Reaktionen dann um 18.00 Uhr bedrückt, als die ersten Zahlen vorgelesen wurden: Eine Frau legte die Hände vor das Gesicht, andere Gäste schauten bedrückt zu Boden. Schon kurz nach der ersten Prognose kam FDP-Landesvorsitzende Daniela Schmitt zur Party in das Bistro Club Negro – einen Blumenstrauß in der Hand. Sie sprach von einem bitteren Abend, wirkte dabei aber gefasst und kämpferisch.

Stille bei den Freien Wählern

Bei den Freien Wählern war Stille im Raum, nachdem das Ergebnis bekannt wurde. «Ich war gerne euer Spitzenkandidat. Es war mir eine Ehre», sagte Joachim Streit in einer ersten Reaktion. Dafür bekam er viel Applaus.

Von den dpa-Korrespondentinnen
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