Es sei nicht flächendeckend bekannt, wo in Rheinland-Pfalz überall Kampfmittel aus den Weltkriegen im Boden lägen, sagt Innenminister Achim Schwickert. (Archivbild)
Helmut Fricke/dpa
Es sei nicht flächendeckend bekannt, wo in Rheinland-Pfalz überall Kampfmittel aus den Weltkriegen im Boden lägen, sagt Innenminister Achim Schwickert. (Archivbild)
Brandschutz

Land zieht Lehren aus Waldbrandeinsatz am Rotenfels

Tagelang hielt ein Waldbrand im Kreis Bad Kreuznach die Einsatzkräfte in Atem. Weil in dem Gebiet Munition im Boden liegt, waren die Löscharbeiten schwierig. Was sind die Schlüsse des Landes?

Die Belastung von Gebieten in Rheinland-Pfalz mit Munition oder anderen Kampfmitteln muss für Innenminister Achim Schwickert noch mehr Bestandteil von Vorplanungen für Rettungseinsätze werden. Aus den Erfahrungen des Waldbrandes am Rotenfels im Bad Kreuznach heraus müssten zudem Informationsflüsse hierzu systematischer werden, Einsatzkonzepte müssten weiter verzahnt werden, sagte der CDU-Politiker in einer Sitzung des Innenausschusses des Landtages in Mainz.

Klar sei aber auch, es gebe keine vollständige Übersicht, wo was im Boden liege. Flächendeckende Sondierungen habe es nach dem Zweiten Weltkrieg in ganz Deutschland schlicht nicht gegeben, erklärte Schwickert. Von solchen Kampfmitteln gehe im Normalfall jedoch auch keine Gefahr aus, wenn sie unberührt im Boden lägen.

Minister betont Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit 

Während der Hitzewelle Ende Juni war ein Waldgebiet in der Nähe des Rotelfels in Brand geraten. Die Löscharbeiten waren schwierig, weil das Gelände mit Munition belastet ist. Es kam zu Detonationen, die Flammen konnten zeitweise nicht direkt bekämpft werden. Im Zuge des Einsatzes wurde die nahe Ortschaft Traisen zeitweise komplett geräumt.

Der tagelange Einsatz habe ferner vor Augen geführt, dass es bei größeren Waldbränden wichtig sei, über eine längere Zeit die Einsatzfähigkeit von Löschkräften sicherzustellen, betonte Schwickert im Ausschuss. Es sei wichtig, nach einer gewissen Zeit Feuerwehrleute ablösen zu können. Hierfür brauche es interkommunale Zusammenarbeit.

Mehr Ausrüstung soll kommen

Der Innenminister kündigte an, dass der Kauf weiterer Ausrüstung zur Bekämpfung von Wald- oder Vegetationsbränden geprüft wird. Hilfreich seien bei dem Brand im Kreis Bad Kreuznach Sprenkler gewesen, die ein Areal befeuchten könnten. Deren Zahl solle steigen, hier müsse ein landesweites Kontingent erhöht werden. 

Zurückhaltender äußerte sich Schwickert zu Löschrobotern, von denen einer aus Niedersachen bei dem Brand im Kreis Bad Kreuznach im Einsatz war. Fachleute sagten, dass diese Roboter nicht in jeder Situation die beste Wahl seien, etwa weil sie Schneisen bräuchten, um voranzukommen. Hier müsse genau geschaut werden, ob eine Anschaffung angesichts hoher Kosten sinnvoll sei.

© dpa-infocom, dpa:260903-930-626475/1
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

BERLIN mit TAKE MY BREATH AWAY

RPR1. – der beste Musikmix für Rheinland-Pfalz

RPR1. – der beste Musikmix für Rheinland-Pfalz


Es läuft:
BERLIN mit TAKE MY BREATH AWAY