Klimareport für das Saarland mit Fakten und Prognosen
Das Pfingsthochwasser 2024 im Saarland hat gezeigt, welche Folgen Wetterextreme haben können. Wie werden sich Temperatur und Niederschlag weiter entwickeln? Antworten gibt der erste Klimareport.
Das Pfingsthochwasser 2024 im Saarland hat gezeigt, welche Folgen Wetterextreme haben können. Wie werden sich Temperatur und Niederschlag weiter entwickeln? Antworten gibt der erste Klimareport.
Im Saarland ist mittel- und langfristig mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen, mehr Starkregenereignissen und Hitzewellen zu rechnen. Das geht aus dem ersten Klimareport hervor, den Umweltministerin Petra Berg (SPD) vorstellte.
Der 88-seitige Bericht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) richte sich an Verwaltungen, Unternehmen sowie die interessierte Öffentlichkeit. Er fasse vergangene, aktuelle und zukünftige Klimadaten für das Land zusammen und soll als Grundlage für politische Entscheidungen und künftige Klimaschutz-Strategien gelten.
Temperaturen wie an der Adria
«Unsere Auswertungen von Klimaprojektionen zeigen, dass sich die Temperaturen in Saarbrücken zukünftig denen im Südwesten Frankreichs oder später im Verlaufe des Jahrhunderts der kroatischen Adria-Küste annähern könnten, falls keine effektiven Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden», sagte DWD-Vorstand Tobias Fuchs.
Das klinge zunächst «vielleicht eher positiv, jedoch bedeutet die Verschiebung von Mittelwerten immer auch die Verschiebung von Extremwerten, wie wir sie gerade in diesem Sommer sehr intensiv erfahren mussten», so der Geschäftsbereichsleiter Klima und Umwelt beim DWD. Dies verdeutliche die Dringlichkeit, sich auf Veränderungen einzustellen und entsprechend zu handeln.
Steigende Werte - Auswirkungen auf die Gesundheit
Seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen 1881 habe sich die Durchschnittstemperatur im Saarland um etwa 2,6 Grad Celsius erhöht. Der Klimabericht prophezeit für die Zukunft einen weiteren Anstieg, bezogen auf den Vergleichszeitraum 1961 bis 1990: und zwar 1,1 bis 2,4 Grad für die Jahre 2031 bis 2060 beziehungsweise 2,3 bis 4,8 Grad für 2071 bis 2100.
Der Klimareport bietet nach Angaben von Berg einen einheitlichen Überblick über Temperatur, Niederschlag, Sonnenstunden und Bodenfeuchte, umfasst Beobachtungsdaten von 1881 bis heute und liefert wissenschaftlich fundierte Modellergebnisse zu den Entwicklungen bis 2100. Darüber hinaus zeige er auch, wie sich die Entwicklung von Pflanzen im Jahresverlauf verändert habe, was ein wichtiger Wegweiser für die Landwirtschaft sein könne. Zudem werden Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit benannt - etwa Hitzestress, erhöhte UV-Belastung, Atemwegserkrankungen oder Ausbreitung von Infektionskrankheiten.
Stadtklima von Völklingen im Fokus
Eine Besonderheit des saarländischen Klimareports stelle die Analyse des Stadtklimas für Völklingen dar. Die Ergebnisse zeigten urbane Hitze-Spots in stark versiegelten Gebieten, aber auch die kühlenden Effekte von Begrünung, Gewässern und Freiluftflächen. «Dies ist eine wichtige Erkenntnis für unsere Städte», sagte Berg. Aufgabe sei es nun, aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Berichtes konkrete Vorsorge zu treffen: «Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Konsequenzen für unser Land zu ziehen.»
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