In einem guten Jahr ist der Hopfen sattgrün. (Archivbild)
Harald Tittel/dpa
In einem guten Jahr ist der Hopfen sattgrün. (Archivbild)
Einziger Hopfenbauer

Hopfen hat bei Hitze gelitten - Geringere Ernte erwartet

Der Regen der vergangenen Tage ist gut für den Hopfen. Warum der einzige Hopfenbauer in Rheinland-Pfalz dennoch mit größeren Ertragseinbußen rechnet.

Nach dem Dürresommer rechnet der einzige Hopfenbauer in Rheinland-Pfalz mit einer deutlich kleineren Ernte. «Ich hoffe, dass es nur 30 Prozent weniger als im Vorjahr werden», sagte Andreas Dick in Holsthum in der Südeifel. Der Hopfen habe «einen erheblichen Hitzeschaden» erlitten.

Dick rechnete mit einer Erntemenge zwischen 500 und 600 Zentnern. 2025 seien es knapp 900 Zentner gewesen. Die diesjährige Ernte starte voraussichtlich am 7. September, ein bisschen später als geplant.

Hopfen nicht so hochgewachsen

Die Regenfälle der vergangenen Tage und die kühlen Temperaturen wirkten sich positiv aus. «Die Doldengröße verändert sich und die Qualität steigt noch», sagte Dick. Zudem bilde der Hopfen Reservestoffe, die in den Stock gingen. Das sei gut für die Vitalität der Pflanzen im nächsten Jahr.

In der ersten Hitzeperiode Ende Juni sei der Hopfen noch nicht voll nach oben gewachsen gewesen, sagte Dick. Bei Temperaturen von 38 bis 40 Grad seien die Spitzen kaputtgegangen und nicht weitergewachsen. «Und bei jedem Hitzetag hat man gemerkt, wie die Pflanzen gelitten haben.»

Anlage noch besser gegen Hitzeextreme schützen

Der Hitzeschaden sei flächendeckend gewesen. Es gebe aber auch Bestände, die im Schatten vom angrenzenden Wald gestanden hätten. «Die haben fast keinen Ertragsausfall», sagte der Hopfenbauer. Durch die Tallage sei die Wasserfeldkapazität aber insgesamt gut gewesen.

Man müsse künftig noch mehr überlegen, wie man die rund 15 Hektar große Anbaufläche besser gegen Hitzeextreme schützen könne, sagte er. Die «Beschattung» sei da ein großes Thema. Denkbar seien schnell wachsende Bäume, die um die Anlage herum gepflanzt werden und Schatten spenden könnten. Auch Biodiversität spiele eine Rolle.

Die komplette Ernte des «Bitburger Siegelhopfens» gehe an die Bitburger Brauerei. Hopfen ist neben Malz, Hefe und Wasser eine der vier Bier-Zutaten, die nach dem Reinheitsgebot von 1516 verwendet werden dürfen.

Dicks Anbaugebiet ist das nördlichste in Deutschland. Bundesweit gibt es knapp 1.000 Hopfenbaubetriebe, die meisten davon in der Hallertau in Bayern.

© dpa-infocom, dpa:260902-930-618907/1
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