Am CSD in Mainz nahmen den Veranstaltern zufolge rund 12.000 Menschen teil. (Archivbild)
Helmut Fricke/dpa
Am CSD in Mainz nahmen den Veranstaltern zufolge rund 12.000 Menschen teil. (Archivbild)
Bunt, aber sicher?

«Hass tötet»: CSDs wollen sich nicht einschüchtern lassen

Kein «dennoch», sondern «jetzt erst recht»: CSD-Veranstalter in Rheinland-Pfalz wollen laut und sichtbar sein. Doch die Sicherheit der Menschen steht im Vordergrund. Was die Organisatoren fordern.

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin prüft der CSD Lautre in Kaiserslautern seine Sicherheitsmaßnahmen. «Der Anschlag auf den Berliner CSD hat unser gesamtes Team tief erschüttert, vor allem, da Teile unseres Teams auch am Berliner CSD mitwirken», teilten die Veranstalter auf Anfrage mit. 

Der CSD Lautre werde am 26. September wie geplant stattfinden, bestätigten sie. «Unser diesjähriges Motto lautet: Lautre ist lauter als Hass: mutig, laut, selbstbestimmt.» Nach dem Anschlag in Berlin erhalte dieses Motto eine traurige und zugleich dringliche Bedeutung.

Der CSD in Berlin war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Am Sonntagabend wurde der mutmaßliche Täter Abdul B. bei einem Polizeieinsatz getötet.

Nicht einschüchtern lassen

«Hass tötet», bringen es die Veranstalter aus Kaiserslautern auf den Punkt. Doch: «Gerade in solchen Momenten wird deutlich, wie wichtig CSDs sind», schrieben die Veranstalter. «Wir lassen uns durch Hass und Gewalt nicht einschüchtern.» Weder Rückzug noch Schweigen dürfe eine Antwort darauf sein. «Gerade jetzt müssen wir sichtbar bleiben, zusammenstehen und klare Haltung für Freiheit, Vielfalt und Demokratie zeigen.» Doch die Sicherheit der Menschen stehe dabei an erster Stelle.

Ein Konzept für die Sicherheit der Veranstaltung werde bereits seit längerer Zeit intensiv und im Austausch mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und den zuständigen Sicherheitsbehörden erarbeitet. «Die konkreten Maßnahmen werden derzeit weiter abgestimmt und nach den Ereignissen in Berlin nochmals umfassend geprüft», so die CSD-Veranstalter. «Der Anschlag zeigt auf erschütternde Weise, wie wichtig ein konsequenter Schutz der Menschen vor Ort ist.»

Warten auf Zufahrtssperren 

Die Veranstalter erwarten von der Stadtverwaltung und den zuständigen Stellen eine stärkere und verlässliche Unterstützung bei der Umsetzung aller notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. «Bislang konnten noch nicht alle Maßnahmen, die wir für erforderlich halten, verbindlich zugesagt werden. Dazu gehören insbesondere geeignete Zufahrtssperren», hieß es. Die Ereignisse in Berlin sollten als Anlass genommen werden, «die bisherigen Entscheidungen nochmals zu prüfen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden».

In Bingen am Rhein ist eine CSD-Demonstration für den 8. August angekündigt worden. In Koblenz soll die diesjährige «Pride Koblenz» vom 13. bis 16. August stattfinden. 

12.000 Menschen bei CSD in Mainz

In Mainz nahmen am Wochenende rund 12.000 Menschen an der CSD-Demonstration teil, wie der veranstaltende Verein Schwuguntia mitteilte. Das queere Sommerfestival «Mainzer Sommerschwüle», das den Angaben nach zum 33. Mal stattfand, wurde von dem tödlichen Anschlag in Berlin überschattet. «Wir waren in Mainz am selben Tag für die gleichen Werte auf der Straße und stehen jetzt auch solidarisch zusammen. Vielfalt ist unsere Stärke und wir lassen uns nicht einschüchtern», sagte Schwuguntia-Vorsitzende Alina Anstatt.

Der Verein Rheinhessen gegen Rechts, der sich am CSD Mainz beteiligt hatte, veröffentlichte einen Tag später einen Gedenkbeitrag zum Geschehen in Berlin. Darin hieß es: «Für uns ist klar: Der Hass darf nie gewinnen. Wir gedenken. Wir halten zusammen.»

© dpa-infocom, dpa:260727-930-445874/1
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

JAMES ARTHUR mit BLINDSIDE

RPR1. – der beste Musikmix für Rheinland-Pfalz

RPR1. – der beste Musikmix für Rheinland-Pfalz


Es läuft:
JAMES ARTHUR mit BLINDSIDE