Ab der Obermosel ist es jetzt so weit: Die Weinlese beginnt. (Symbolbild)
Harald Tittel/dpa
Ab der Obermosel ist es jetzt so weit: Die Weinlese beginnt. (Symbolbild)
Wein

Früher als üblich: Weinlese an der Obermosel startet

Winzer und Gemeindevertreter in Perl haben es gemeinsam beschlossen: Jetzt werden die Trauben geerntet! Was der Präsident des Winzerverbandes erwartet.

Die Weinlese an der saarländischen Obermosel beginnt - und damit deutlich früher als in den vergangenen Jahren. «Ein klares Zeichen für einen besonderen Jahrgang», teilte der Saarländische Winzerverband mit, nachdem der Leseausschuss aus Perl – ein von der Gemeinde gewähltes Gremium aus Winzern und Gemeindevertretern – den Start der Lese beschlossen hatte.

Der Präsident des Winzerverbandes, Philip M.A. Hoffmann, blickt nach eigenen Angaben mit großer Vorfreude auf den Jahrgang 2026: «Dieses Jahr hatte seine eigene Handschrift», sagte er mit Blick auf die längere Trockenperiode, bei der sich die Winzer der 41 Betriebe zwischenzeitlich schon mehr Regen gewünscht hätten. «Umso mehr freuen wir uns jetzt über den einsetzenden Regen, der unseren Reben in der finalen Reifephase noch einmal richtig guttut.»

Die alten Rebstöcke sind im Vorteil gewesen

Besonders die älteren, tief wurzelnden Rebstöcke hätten die Trockenheit gut gemeistert, so Hoffmann: Über ihre tiefen Wurzeln erreichten sie zuverlässig Wasser aus tieferen Bodenschichten. Junge Anlagen dagegen seien stärker auf Wasser von oben angewiesen, da ihre Wurzeln noch nicht so tief reichen.

Guter Grund für Burgundersorten

Dass angesichts zunehmender Dürreperioden künftig andere, trockenheitsresistentere Rebsorten im Saarland angebaut werden müssten, sieht er nicht, «und zwar aus gutem Grund». Denn die kalkhaltigen Böden der saarländischen Obermosel seien sehr gute Standorte für Burgundersorten. 

«Wir haben mit unseren Böden und unserem Sortenspektrum beste Voraussetzungen, um auch in wärmeren, trockeneren Sommern Weine von herausragender Qualität zu erzeugen», sagte Hoffmann. Besonders gespannt sei er auf die Rotweine des Jahrgangs, aber auch auf breite, füllige Weißweine mit viel Charakter.

Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch, Vorsitzender im Leseausschuss, bezeichnete es unterdessen als eine schöne und wichtige Tradition, dass Gemeinde und Winzerschaft durch die Lagen ziehen und über den richtigen Zeitpunkt der Ernte entscheiden: «Genau dieser enge Schulterschluss zwischen Gemeinde und Weinbau macht Perl und die Obermosel als Weinregion aus.»

© dpa-infocom, dpa:260826-930-583699/1
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