Für die Wahlschlappe der SPD gibt es mehrere Gründe, sagt ein Experte
Florian Wiegand/dpa
Für die Wahlschlappe der SPD gibt es mehrere Gründe, sagt ein Experte
Wahlschlappe der SPD

Experte: Schweitzer fehlte der Extra-Bonus

Am Ende konnte Schweitzer nicht genug bei den Wählern punkten. Woran es lag? Ein Experte nennt Gründe.

Für die Niederlage der SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz sieht der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer mehrere Gründe. Zum einen habe Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) «dieser Bonus» gefehlt, den seine Vorgängerin Malu Dreyer hatte, sagte der Experte der Deutschen Presse-Agentur.

Schweitzer habe keinen schlechten Wahlkampf gemacht und er sei auch kein schlechter Kandidat. «Aber Malu Dreyer war sehr viel populärer als die eigene Partei und hat sie dann noch mitziehen können», sagte Arzheimer. Sie habe es vor den Wahlen geschafft, auf den letzten Metern noch aufzuholen. Bei Schweitzer habe der Amtsinhaberbonus nicht so gezogen.

Nach 35 Jahren an der Macht «abgenutzt»?

Ein weiterer Grund habe «im bundespolitischen Umfeld» gelegen, sagte der Professor. Dieses sei ja derzeit nicht großartig. «Es war auch interessant, dass die Landespartei offensichtlich nicht wollte, dass Bundesprominenz groß im Wahlkampf irgendwie eine Rolle spielen würden.»

Und dann gebe es noch den Fakt, dass die SPD 35 Jahre im Land regiert habe. «Es gibt in der Wissenschaft so ein Konzept, das nennt sich "die Kosten des Regierens", also dass man sich einfach auch abnutzt dadurch, dass man so lange an der Macht ist», sagte Arzheimer.

© dpa-infocom, dpa:260322-930-851958/1
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