Erste West-Nil-Virus-Infektion in Rheinland-Pfalz. (Symbolbild)
Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa
Erste West-Nil-Virus-Infektion in Rheinland-Pfalz. (Symbolbild)
Infektionen

Erstmals West-Nil-Virus in Rheinland-Pfalz nachgewiesen

Eine Infektion mit dem West-Nil-Virus ohne Auslandsaufenthalt. Das ist nach Darstellung des Rhein-Pfalz-Kreises ein Novum in Rheinland-Pfalz - und der erste Fall 2026 in Deutschland.

Erstmals in Rheinland-Pfalz und die erste in diesem Jahr in Deutschland: Im Rhein-Pfalz-Kreis ist eine lokale Infektion mit dem West-Nil-Virus nachgewiesen worden - höchstwahrscheinlich nach einem Mückenstich, wie die Kreisverwaltung mitteilte. Die Person sei nicht im Ausland gewesen, nicht ansteckend und der Nachweis sei zufällig erfolgt. 

Das durch heimische Stechmücken auf den Menschen übertragbare West-Nil-Virus ist in Teilen Deutschlands bereits verbreitet. In Berlin ist es laut einer Charité-Studie inzwischen fest etabliert. 

Deutschlandweit gab es 2025 laut Robert Koch-Institut 14 West-Nil-Fälle, 49 waren es im Jahr 2024 und 16 im Jahr 2023 - infizierte Reiserückkehrer allerdings mitgezählt. Wissenschaftler gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Der rheinland-pfälzische Fall sei der erste in diesem Jahr. 

Jeder fünfte hat grippeähnliche Symptome 

Das Virus werde in erster Linie von Stechmücken übertragen, teilte der Kreis mit. Die Infektion verlaufe meist ohne Symptome. Nur etwa 20 Prozent der Infizierten entwickelten eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung, die etwa drei bis sechs Tage andaure. Etwa eine von hundert infizierten Personen erkranke schwer. «Das West-Nil-Fieber heilt in der Regel folgenlos aus. Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch, es gibt keine spezifische Therapie.»

Lange Kleidung und Moskitonetze schützen

Zum Schutz könne an Orten, an denen viele Stechmücken sind, langärmlige Kleidung getragen werden. Hilfreich sei auch die Anwendung von Insektenabwehrmitteln und Insektiziden sowie der Gebrauch von Moskitonetzen und Fenstergittern. Im Wohnumfeld sollten Mückenbrutplätze möglichst regelmäßig beseitigt werden.

Warme Sommertage und ab und zu Regen sind ideal für Stechmücken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat kürzlich wegen mehrerer Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Südeuropa zu verstärkter Wachsamkeit aufgerufen.

© dpa-infocom, dpa:260729-930-455492/2
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