Die Polizei rät beim Trinken in der Öffentlichkeit zu Wachsamkeit. (Symbolbild)
Christian Thiele/dpa
Die Polizei rät beim Trinken in der Öffentlichkeit zu Wachsamkeit. (Symbolbild)
Drinks im Blick haben

Bilanz: Verdacht auf K.-o.-Tropfen zu Karneval und Fastnacht

Fastnacht, Karneval, K.-o.-Tropfen und offene Fragen: Was über die Verdachtsfälle bekannt ist – und warum schnelle Reaktion für Betroffene so wichtig ist.

Nach Medienberichten über mögliche Fälle von K.-o.-Tropfen bei Fastnachts- und Karnevalfeiern im Februar in Rheinland-Pfalz hat das Innenministerium eine Bilanz vorgelegt. Den Polizeipräsidien sind in dem Zusammenhang insgesamt zehn Verdachtsfälle bekanntgeworden, wie aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Matthias Lammert (CDU) hervorgeht. 

Ein Fall betrifft demnach einen mutmaßlichen Tatort in Baden-Württemberg, wurde jedoch in Rheinland-Pfalz angezeigt. Die übrigen Verdachtsfälle ereigneten sich den Angaben nach bei öffentlichen Veranstaltungen in Mainz, Koblenz, Kirn, Herdorf und Simmern.

Bislang keine Tatverdächtigen ermittelt

In keinem der Fälle sei eine sogenannte Anschlusstat – etwa ein Diebstahl oder eine Sexualstraftat – angezeigt worden, wie das Ministerium mitteilte. Auch zu möglichen Tatmotiven gebe es bislang keine Erkenntnisse. Tatverdächtige konnten bisher nicht ermittelt werden.

Allein in Koblenz registrierte die Polizei vier Verdachtsfälle im Kontext der Feierlichkeiten am 12. Februar 2026, wie es weiter hieß. In diesen Fällen werde wegen des Anfangsverdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. 

Das Polizeipräsidium Mainz hatte bereits am 16. Februar zu einer differenzierten Betrachtung solcher Verdachtsfälle aufgerufen. Die bloße Feststellung von Übelkeit oder Kreislaufproblemen reiche nicht für den Nachweis einer Straftat aus, hieß es. Der Nachweis entsprechender Substanzen sei nur innerhalb von sechs bis zwölf Stunden in Blut oder Urin möglich, weshalb Betroffene oder Begleitpersonen schnell handeln sollten.

Mögliche andere Ursachen

Zugleich verwies die Polizei auf alternative Ursachen für entsprechende Symptome. Häufig spielten übermäßiger Alkoholkonsum, Wechselwirkungen mit Medikamenten oder ein leerer Magen eine Rolle. Gerade bei jüngeren Menschen könnten auch psychologische Faktoren eine Erklärung sein, etwa wenn aus Angst vor Konsequenzen ein hoher Alkoholkonsum verschleiert werde.

Nach Angaben der Polizei Mainz ist im laufenden Jahr 2026 sowie in den vergangenen Jahren im Zuständigkeitsbereich bislang kein nachweisbarer Einsatz von K.-o.-Tropfen festgestellt worden. Dennoch raten die Behörden zur Vorsicht: Getränke sollten nicht unbeaufsichtigt bleiben, und in Gruppen solle man aufeinander achten. Bei plötzlichem Unwohlsein sollten Rettungsdienst und Polizei verständigt werden, um eine schnelle Spurensicherung zu ermöglichen.

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