Bahnsperrung: Wie Pendler rechtsrheinisch ans Ziel kommen
Bahnreisende rechts des Rheins müssen sich ab 10. Juli auf eine mehrmonatige Streckensperrung einstellen. Wie der Ersatzverkehr organisiert ist und welche Rolle die Fähre «Nixe» spielt.
Bahnreisende rechts des Rheins müssen sich ab 10. Juli auf eine mehrmonatige Streckensperrung einstellen. Wie der Ersatzverkehr organisiert ist und welche Rolle die Fähre «Nixe» spielt.
Die Vorbereitungen für die monatelange Sperrung der rechtsrheinischen Bahnstrecke zwischen Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden und Troisdorf in Nordrhein-Westfalen laufen nach Angaben der Bahn planmäßig. Derzeit sei das Team insbesondere damit befasst, den exakten Ablauf mit den Bauunternehmen abzustimmen und Material wie Kabel und Fliesen einzulagern, teilte das Unternehmen mit. Vom 10. Juli bis zum 12. Dezember 2026 fahren auf dem Streckenabschnitt wegen umfangreicher Bauarbeiten keine Züge.
Wie sollen Reisende ans Ziel kommen?
Laut Bahn gibt es ein umfangreiches Programm mit Ersatzbussen auf insgesamt 13 Linien. «Diese bedienen die entfallenden Zughalte in Bahnhofsnähe und teils weitere gut erreichbare Haltestellen», teilte das Unternehmen mit. «Durch eine zudem engere Taktung ergeben sich so viel mehr und viel häufiger Fahrtmöglichkeiten.» Expresslinien sollen für möglichst schnelle Verbindungen zwischen Wiesbaden, Rüdesheim und Koblenz sowie zwischen Koblenz, Bad Honnef, Bonn-Ramersdorf und Troisdorf sorgen. Im Schülerverkehr sind zusätzliche Fahrten geplant.
Umstieg aufs Wasser
Auch Rheinfähren sind in das Ersatzverkehrskonzept eingebunden. Die Personenfähre «Nixe» quert den Fluss zwischen dem rechtsrheinischen Erpel und Remagen, wie der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV) mitteilte. Die Fähre sei eine zusätzliche Möglichkeit, Anschlüsse an das bestehende linksrheinische Verkehrsnetz zu erreichen.
Abfahrtszeiten und benötigte Fahrkarten für die Fähre
Von Montag bis Freitag fahre das Schiff jeweils um 7 Uhr und um 7.30 Uhr ab Erpel. Das Schiff legt bei Remagen um 7.15 Uhr und um 7.45 Uhr ab. Am Nachmittag werden die beiden Stationen jede halbe Stunde ab 13.30 Uhr bis um 18 Uhr bedient. Am Wochenende und an Feiertagen fährt die «Nixe» laut SPNV ebenfalls halbstündlich ab 12.30 Uhr in Erpel beginnend ab.
«Die Fähren erkennen bereits heute Fahrkarten des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM) und das Deutschlandticket an», so Udo Scholl, Geschäftsführer der Rheinfähre Linz-Kripp GmbH. Weitere Verbund- und Eisenbahntarife sollen für die Dauer der Arbeiten ebenfalls gültig sein.
Wo finde ich die Verbindungen?
Sämtliche Ersatzverbindungen sind elektronisch etwa über bahn.de, den DB Navigator oder die regionalen Apps der Verkehrsverbünde RMV, SPNV-Nord oder Go.Rheinland abrufbar, wie die Bahn mitteilte. Unter bahn.de/ersatzverkehr-rechter-rhein wurde eine spezielle Website zum Ersatzverkehr eingerichtet. Zum Einsatz kommen einheitliche und neuwertige Busse der Busunternehmen go.on und DB SEV. Die Fahrzeuge sind barrierefrei, verfügen über WLAN sowie zum Teil über Toiletten an Bord.
Einschränkungen gibt es auch linksrheinisch
Der Güterverkehr wird nach Bahn-Angaben während der Bauphase im Wesentlichen auf die Strecke am linken Rheinufer umgeleitet. Auch dort komme es zu Einschränkungen im Nahverkehr, es bestehe aber ein stabiles Grundangebot. Die RB 26 fährt zwischen Bingen und Mainz von Montag bis Freitag stündlich statt halbstündlich, wie die DB ankündigte. Ergänzt wird die Linie alle zwei Stunden von einem zusätzlichen Zug der Linie RE 2, der jedoch nicht überall hält. Zu weiteren Teilausfällen im Nahverkehr kommt es am linken Rhein bei den Linien RB 32, RB 23, RB 33, RE 15, RB 30 und RB 48. Fernverkehrszüge fahren über Umleitungen oder fallen teilweise aus.
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