Winterwetter ist auch auf den Schienen zu sehen.
Harald Tittel/dpa
Winterwetter ist auch auf den Schienen zu sehen.
Wetter

Sturmtief Elli wirbelt Rheinland-Pfalz durcheinander

Klausurtagung abgesagt, Winterdienst in Bereitschaft, Bahn und Bus im Check: Das Wetter hat in Rheinland-Pfalz schon erste Auswirkungen. Dabei könnte es am Freitag erst so richtig loslegen.

Eine abgesagte Klausur, Winterdienst und erste Mahnungen: Das Sturmtief Elli zieht über Deutschland und auch in Rheinland-Pfalz hat das Wetter erste Auswirkungen. Ein Überblick.

Welches Wetter kommt nach Rheinland-Pfalz?

Der Deutsche Wetterdienst schreibt zu den Wetteraussichten: «Ab Freitagmittag wieder kälter und Neuschnee, Frost und Glätte.» Was am Donnerstag noch als Regen runterkam, kann über Nacht gefrieren. Am Freitag sollen die Temperaturen zwischen drei und neun Grad liegen, im Tagesverlauf soll es aber abkühlen. Es bestehe die Gefahr von Schneeverwehungen.

Im deutschlandweiten Vergleich scheint Rheinland-Pfalz diesmal aber nicht im Zentrum des Wettergeschehens zu stehen. Vor allem ganz im Norden Deutschlands gibt es Unwetterwarnungen vor starker Schneeverwehung.

Erste Folge: CDU sagt Klausurtagung ab

Der CDU-Vorstand hat seine Klausurtagung in Mainz angesichts der erwarteten heftigen Schneefälle und Glatteisgefahr in weiten Teilen Deutschlands kurzfristig abgesagt. «Aufgrund der eindringlichen Wetterwarnungen und der damit verbundenen Gefahrenlage sowie den angekündigten Zug- und Flugausfällen sehen wir uns leider gezwungen, unsere Jahresauftaktklausur am kommenden Freitag und Samstag abzusagen», teilte eine Parteisprecherin mit.

Zu der Klausurtagung am Freitag und Samstag in einem Mainzer Hotel waren 350 Teilnehmer erwartet worden sowie rund 100 Medienvertreter. Die Partei wollte damit unter Leitung von Parteichef und Bundeskanzler Friedrich Merz ins Wahljahr 2026 mit fünf Landtagswahlen starten.

Wie sieht es auf den Straßen aus?

Am Donnerstagmittag waren die Polizeisprecher und -sprecherinnen noch entspannt. Aus Trier, Koblenz und Ludwigshafen wurden keine größeren wetterbedingten Unfälle gemeldet. Das kann sich bei mehr Schnee und Glätte am Freitag aber ändern.

Die Mainzer Polizei erinnerte alle Autofahrer und -fahrerin daran, ihre Fahrzeuge vor dem Start komplett von Schnee zu befreien. Neben einer Geldstrafe drohten Schadenersatzforderungen, wenn Schnee und Eis durch mangelhaftes Räumen andere schädigten. Gleiches gelte für die Räumpflicht auf Gehwegen, mahnte die Polizeidirektion Mainz.

Wie arbeitet der Winterdienst bei so einem Wetter?

«Bei den Straßenmeistereien sind je nach Witterung ständige Rufbereitschaften eingerichtet, um schnell auf die Wetterlage reagieren zu können», teilte ein Sprecher des zuständigen Landesbetriebs Mobilität mit. «Bereits ab ca. 3 Uhr morgens beginnen unsere Kolleginnen und Kollegen mit dem Winterdiensteinsatz und sorgen nach besten Kräften dafür, dass landesweit rund 17.000 Kilometer Bundes-, Landes und Kreisstraßen zwischen 6 Uhr und 22 Uhr befahrbar sind.»

Die beste Winterdienstorganisation garantiere jedoch keine uneingeschränkte Schnee- und Eisfreiheit der Straßen. «Die Streu- und Räumfahrzeuge des LBM können nicht überall gleichzeitig sein.» Stellenweise Reif- oder Eisglätte oder auch eine geschlossene Eisdecke könne nicht ausgeschlossen werden.

«Bei lang anhaltendem und starken Schneefall werden die Kräfte gebündelt und es wird sich auf die Hauptverkehrsachsen und die für die Rettungskräfte benötigten Streckenabschnitte fokussiert», sagte der Sprecher.

Wie ist die Lage auf den Schienen?

Auf der Schiene lag im südlichen Rheinland-Pfalz am Vormittag eine stabile Betriebslage vor. «Planmäßig wird nichts ausgedünnt, das würde kaum etwas bewirken, denn wenn, werden durch Sturm, Eis und Schnee grundsätzlich ganze Strecken lahmgelegt», teilte der Zweckverband ÖPNV Süd mit. 

Möglich seien Geschwindigkeitsanpassungen - etwa, um bei Schnee- und Windbruch auf freier Strecke rechtzeitig anhalten zu können. «In der Zusammenfassung kann man sich jenen Warnungen anschließen, die zur Vermeidung nicht zwingend nötiger Fahrten raten.»

Und im öffentlichen Nahverkehr?

Der Verkehrsverbund Rhein-Mosel GmbH wies auf laufende Aktualisierungen im Internet hin. «Ansonsten kann man die Kunden nur um Verständnis bitten. Wenn man selbst nicht mit dem Auto fahren kann oder möchte, sollte man dies auch nicht von Bussen erwarten.»

In Städten gab es etwa im Liniennetz der Stadtwerke Trier am Vormittag keine Einschränkungen. «Generell sind wir gut auf winterliches Wetter vorbereitet», hieß es. Man empfehle den Fahrgästen, sich vor dem Antritt der Fahrt im Internet zu informieren.

Der Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund teilte auf Anfrage mit «Grundsätzlich gilt, dass der Busverkehr so lange aufrechterhalten wird, wie es die Straßen‑ und Witterungsverhältnisse zulassen.» Diese Bedingungen könnten regional sehr unterschiedlich ausfallen, daher erfolge «keine präventive oder vorsorgliche Absage des Linien‑ bzw. Schulbusverkehrs». 

Gibt es am Flughafen Probleme?

«Der Betrieb am Flughafen Hahn läuft aktuell wie gewohnt», teilte Rüdiger Franke, Geschäftsführer des Triwo Hahn Airport auf Anfrage mit. «Bislang gab es keine Flugausfälle.» Die winterlichen Temperaturen seien eine Herausforderung für das Team, aber wie jedes Jahr habe sich der Hunsrück-Flughafen bestmöglich vorbereitet. «Der Flughafen Hahn verfügt über ausreichend Lagerkapazitäten für die Flugzeug- und Flächenenteisung.»

Wie kommen die Tiere in den Zoos mit der Kälte klar?

Wie erleben Tiere die frostige Zeit? «In der Regel problemlos», sagt Zoopädagogin Eva Fritsch vom Zoo Neuwied. «Viele unserer Tiere stammen aus Lebensräumen, in denen es zeitweise ähnlich kalt wird.» Der Zoo passe bereits im Herbst die Futterrationen an, sodass der erhöhte Energiebedarf bei Kälte gedeckt sei.

«Die Wege vor und hinter den Kulissen werden selbstverständlich durch die Mitarbeiter des Zoos stets schnell geräumt», betont Direktor Mirko Thiel. Auch aufgrund der Vorkehrungen bezüglich der Vogelgrippe seien die meisten Wasserbecken leer, um keine Wildvögel anzulocken. «Draußen können die Besucher durch den Schnee sehr gut die Pfotenabdrücke entdecken, die Tiere bei Streifzügen hinterlassen. Auch, weil Bäume und Sträucher im Winter keine Blätter haben, lassen sich manche Tiere besser beobachten», meinte er.

Wird es bald wieder gemütlicher?

Erst mal wohl nicht: Laut Wetterdienst wird es in der Nacht zum Samstag stark bewölkt bis bedeckt und gibt weitere teils kräftige Schneefälle. Auch am Samstag sind Schneeschauer möglich. Die Temperaturen liegen dann bei höchstens minus vier bis null Grad im Norden, und bei bis vier Grad im Süden. 

Richtig kalt könnte es dann am Sonntag werden: Der Wetterdienst spricht von verbreitetem Dauerfrost bei minus ein bis minus sechs Grad.

von Mona Wenisch, dpa
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