Habekost ist auch mit seiner Show "Es kummt wie's kummt" unterwegs. (Handout)
HEYMO/chako.de/dpa
Habekost ist auch mit seiner Show "Es kummt wie's kummt" unterwegs. (Handout)
Comic-Klassiker

Asterix uff Pälzisch - Großes Gezeter bei den Galliern

Nach dem Erfolg von «Asterix als Palatinator» folgt der nächste Mundart-Streich. Worttüftler Habekost macht aus gallischem Streit großen Sprachwitz.

Die Römer spinnen - und die Pfälzer babbeln wieder. Nach dem Erfolg von «Asterix als Palatinator» schickt Mundart-Comedian Christian «Chako» Habekost die unbeugsamen Gallier erneut auf Pfälzisch ins Abenteuer. In diesen Tagen erscheint «Zores bei de Pälzer», seine Übertragung des Asterix-Klassikers «Streit um Asterix».

Diesmal geht es besonders turbulent zu. «Gerade wenn’s hitzig zugeht, fallen die schönsten Dialekt-Bonmots aus der Gosch», sagte Habekost der Deutschen Presse-Agentur. Der Band sei deshalb geradezu prädestiniert für die pfälzische Variante. «De Cäsar, der alde räämische Forzathlet», schickt darin einen «klääne Giftnickel» ins «gelobte Land zwische Rhoi un Rebe». Prompt gibt es «Riese-Huddel» und jede Menge «pälzische Verbalinjurie».

Auftritt der Besserwisser

Doch bevor die Gallier loslegen konnten, musste Habekost eine grundsätzliche Frage klären: Welches Pfälzisch soll es eigentlich sein? «Es gibt so viele Varianten», sagte er. Kompromisse seien daher unvermeidlich - ebenso wie der «Auftritt der Besserwisser aus der Deckung».

Das Einfache war dagegen, in den «dialektalen Groove» zu kommen. Gallier und Kur/Pfälzer seien sich schließlich ziemlich ähnlich: «laut, direkt, feierwütisch, babbelstark, immer mi'm Herz uff de Zung».

Die Prügel für die Römer sieht Habekost nicht als Angriff auf die Pfälzer Gastfreundschaft. «Die Römer sind ja keine Gäste, sondern Besatzer», sagte er. Das sei ungefähr so, «wie wenn heute Besucher von der anderen Rheinseite die Hofeinfahrten zuparken» und noch Dankbarkeit erwarteten, fügt er mit Blick auf die Region um das benachbarte Mannheim augenzwinkernd hinzu.

Das Geheimnis der «Zauberschorle»

Bei der Übertragung hilft dem Autor nicht nur das Wörterbuch, sondern vor allem Sprachgefühl. Wortwörtlich zu übersetzen sei eine Falle. Viele Sprechblasen ließen Raum für zusätzliche Pointen. «Dann wird's richtig gut.» So entstehen Wortschöpfungen wie «Zauberschorle». Der Klassiker von René Goscinny und Albert Uderzo bekommt eine ordentliche Portion Kur/Pfalz - samt Schimpfwörtern und Seitenhieben auf regionale Eigenheiten.

Der erste Pfälzer Band, «Asterix als Palatinator», erschien 2024. Nach mehr als 20 Jahren waren Asterix und Obelix wieder auf Pfälzisch unterwegs. Der Erfolg war beträchtlich: vier Auflagen binnen weniger Monate. Habekost hat daraus gelernt, dass die Leser genau hinhören. «Die Leserschaft findet auch die kleinsten Wortspiele und manchmal versteckten Anspielungen», sagte er.

Dialekt als zusätzliche Ebene

Entsprechend viel Arbeit steckt in den Sprechblasen. Für den ersten Band brauchte er nach eigener Erinnerung etwa zehn Durchgänge. Eine einfache Übertragung dauere ungefähr eine Woche. «Aber das Polieren und kreative Umbauen kann ewig gehen - bis man irgendwann keine Ideen mehr hat.»

Eine Gefahr sieht Habekost jedoch: dass am Ende mehr über den Dialekt als mit ihm gelacht wird. Bei Asterix sei das Original die Seele. Der Dialekt könne eine zusätzliche Ebene schaffen. «Und: Wer lacht, hat recht - meistens.»

Ob die Gallier ein drittes Mal pfälzisch babbeln dürfen, hängt vom Absatz ab. Habekosts Botschaft an die Fans fällt entsprechend kurz aus: «Kauft, ihr lieben Leute, kauft.» Die Idee für einen dritten Band habe er schon im Hinterkopf.

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