Das Verkehrssystem ist dem Experten zufolge gut überwacht, jedoch anfällig für natürliche Einflüsse wie Hochwasser oder Eis.
Sascha Ditscher/dpa
Das Verkehrssystem ist dem Experten zufolge gut überwacht, jedoch anfällig für natürliche Einflüsse wie Hochwasser oder Eis.
Auf Wasserstraßen

Amt: Schifffahrt bleibt sicher, doch Personalsorgen wachsen

Schleusen-Unfälle, feststeckende Schiffe und trotzdem: Auf Mosel und Saar bleibt die Schifffahrt einem Experten zufolge sicher. Dennoch steht die Schifffahrt vor Herausforderungen.

Trotz einzelner aufsehenerregender Unfälle in den vergangenen Jahren gilt die Schifffahrt in Rheinland-Pfalz nach Einschätzung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Mosel-Saar-Lahn als sicher. «Die Schifffahrt gilt allgemein als das sicherste Verkehrsmittel. Dies gilt auch auf den Wasserstraßen wie die Mosel und der Saar», sagte Amtsleiter Stephan Momper.

Das Verkehrssystem sei gut überwacht, jedoch anfällig für natürliche Einflüsse wie Hochwasser oder Eis, führte er aus. Seltene Havarien könnten größere Auswirkungen haben, seien aber «überwiegend durch menschliche Faktoren bedingt». Technische Probleme an Anlagen hätten in den vergangenen Jahrzehnten hingegen zu keinen nennenswerten Havarien geführt.

Größere Unfälle 

Mehrere Unfälle hatten in den vergangenen Jahren für Aufmerksamkeit gesorgt. So rammte im Juli 2025 ein Fahrgastschiff ein Schleusentor bei Sankt Aldegund (Cochem-Zell). Ein weiteres Schiff prallte am selben Tag bei Treis-Karden gegen eine Brücke, wobei es auch Verletzte gab. Im Dezember 2024 hatte ein Schiff an der Schleuse Müden ein Tor schwer beschädigt, wodurch rund 70 Schiffe tagelang festsaßen.

Die Havarien in Müden und St. Aldegund seien «durch Fehlverhalten beziehungsweise technisches Versagen der Schifffahrt verursacht worden», sagte Momper. Das Amt habe dank eigenen Fachpersonals und vorgehaltener Ersatzteile schnell reagieren können.

Reaktion auf Havarien

Konsequenzen wurden dennoch gezogen: Ein internationales Gremium erarbeitet Vorschläge zur Änderung der Vorschriften für technische Steuerungssysteme von Güterschiffen. Zudem würden zusätzliche Ersatztore beschafft, um Schäden künftig schneller beheben zu können. 

Trotz laufender Bauarbeiten bleibt die Mosel durchgängig befahrbar. An jeder Staustufe sei mindestens eine Großschifffahrtsschleuse in Betrieb, betonte Momper.

Personalmangel wird Herausforderung

Als größte Herausforderung sieht der Behördenleiter derzeit jedoch den Personalmangel. Zwar sei das Güteraufkommen seit den 1990er Jahren von 15 auf 8,5 Millionen Tonnen gesunken, gleichzeitig habe der Anteil an Fahrgastschiffen deutlich zugenommen. 

Problematisch seien vor allem geplante Stelleneinsparungen in der Bundesverwaltung. «Die weiter anhaltenden Personalsparmaßnahmen werden absehbar dazu führen, dass Einschränkungen für den Betrieb und Unterhaltung der Wasserstraße hingenommen werden müssen», warnte Momper. Künftig könnten reduzierte Schleusenbetriebszeiten und längere Reaktionszeiten bei Havarien nicht ausgeschlossen werden.

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