Melania gegen Donald Trumps Strategie?
Der Auftritt der First Lady wirft auch deshalb Fragen auf, weil er nicht zur Strategie passt, die das Weiße Haus in den vergangenen Monaten zum Epstein-Skandal verfolgte. Nämlich: oftmals zu schweigen oder abzuwiegeln, wenn Fragen zu Donald Trump aufkamen. Das Weiße Haus hatte in den vergangenen Monaten alles dafür getan, den Präsidenten so weit wie möglich von dem Skandal fernzuhalten.
Präsident Trump und seine Sprecherin betonten immer wieder, dass man sich Dingen zuwenden solle, die das Land wirklich bewegten. Die US-Regierung warf den Demokraten gar vor, den Epstein-Skandal als politisches Manöver gegen Trump zu nutzen. Melania Trump richtet mit ihrer Erklärung – gewollt oder ungewollt – einen Scheinwerfer nun auch auf ihren Mann.
Donald Trump hatte sich mit Händen und Füßen gegen eine Veröffentlichung der Ermittlungsakten im Fall Epstein gewehrt, obwohl er noch im Präsidentschaftswahlkampf genau das Gegenteil gefordert hatte. Das hatte Spekulationen angeheizt. Epstein und Trump kannten sich – was per se erst einmal nichts heißt. Erst auf Druck des Kongresses setzte Trump dann seine Unterschrift unter die gesetzlich angeordnete Veröffentlichung der Ermittlungsakten.
Vorstoß zur Aufarbeitung im Kongress
Melania Trump sagte weiter, sie selbst sei kein Opfer von Epstein gewesen. Den Kongress forderte sie auf, Opfer des Sexualstraftäters unter Eid Aussagen zu lassen. «Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen.»