Die US-Soldaten sind nach Angaben des US-Militärs getötet worden, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten. (Illustration)
Sepahnews/ZUMA Press Wire/dpa
Die US-Soldaten sind nach Angaben des US-Militärs getötet worden, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten. (Illustration)
Eskalation im Iran-Krieg

US-Militär: Zwei weitere US-Soldaten im Iran-Krieg getötet

Die USA haben im Iran-Krieg seit längerem keine Toten mehr auf ihrer Seite verzeichnet. Doch in den vergangenen Tagen ist der Krieg wieder eskaliert, nun melden die US-Streitkräfte weitere Gefallene.

   Erstmals seit der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg sind nach Angaben des US-Militärs zwei US-Soldaten getötet worden. Sie seien am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ein weiterer Soldat werde zudem noch vermisst. 

Vier US-Soldaten wurden demnach zur medizinischen Versorgung in jordanische Krankenhäuser gebracht und inzwischen entlassen. Andere Soldaten erlitten dem US-Militär zufolge zudem leichte Verletzungen und haben ihren Dienst bereits wieder aufgenommen.

Die offiziell bekannte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 16. Der Druck auf US-Präsident Donald Trump, der sich im eigenen Land angesichts des dort unpopulären Kriegs ohnehin mit Unzufriedenheit konfrontiert sieht, dürfte damit weiter steigen. 

Trump reagierte auf die Nachricht der gefallenen Soldaten zunächst nicht öffentlich. Sein Verteidigungsminister Pete Hegseth teilte die Mitteilung des US-Militärs auf der Plattform X und schrieb: «Gott sei mit euch, Helden.» Zugleich signalisierte er, dass die USA an ihren Angriffen festhalten wollen: «Ihr Opfer stärkt nur unsere Entschlossenheit.»

Bericht: Angriff ereignete sich auf Luftwaffenstützpunkt in al-Asrak

Das «Wall Street Journal» berichtet unter Berufung auf US-Beamte, dass es auf einem Luftwaffenstützpunkt in al-Asrak zu dem iranischen Angriff gekommen sei, den die USA für Einsätze mit Kriegsflugzeugen gegen den Iran genutzt hätten. 

Irans Revolutionsgarden reklamierten jüngst unter anderem Raketenangriffe auf einen von den USA genutzten Luftwaffenstützpunkt in Jordanien. Dabei sei unter anderem auf Schutzbunker für US-Kampfflugzeuge gezielt worden. Unverifizierte Videos in den sozialen Medien, die auch Militärexperten verbreiteten, zeigten mutmaßliche Einschläge iranischer ballistischer Raketen in Jordanien. Das Land hatte zuletzt mehrfach Beschuss aus dem Iran gemeldet. 

Die jüngste Eskalation im Krieg

Der Krieg ist in den vergangenen Tagen mit gegenseitigen Angriffen wieder eskaliert. Hintergrund war der Streit rund um die für den weltweiten Ölhandel wichtige Straße von Hormus. Das US-Militär griff zuletzt die siebte Nacht in Folge Ziele im Iran an. 

Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums starben dort allein seit der neuen Eskalation mindestens 50 Menschen. Mehr als 500 Menschen sind demnach zudem bei den US-Angriffen verletzt worden. Die Regierung berichtet in der Regel nur über zivile Opfer. Über Verluste unter den Streitkräften gibt es keine offiziellen Daten. 

Iran hält Rahmenabkommen für hinfällig und droht

Der Iran hat inzwischen erklärt, dass das Rahmenabkommen mit den USA nach der jüngsten Eskalation hinfällig sei. Der oberste Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei drohte in einer Erklärung mit Racheakten. Modschataba, der sich bisher noch nie öffentlich gezeigt hat, ließ mitteilen: «Da der amerikanische Feind nun auf Kriegstreiberei, die Übernahme noch schwererer Kosten und eine noch größere Schande aus ist, soll er wissen, dass das geliebte iranische Volk und die Widerstandsfront unvergessliche Lektionen für ihn bereithalten.»

Diese iranische Erklärung unterstreiche ein grundlegendes Problem des aktuellen Vorgehens der USA, schrieb der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz auf X. «Während die Regierung davon auszugehen scheint, dass zusätzlicher militärischer Druck den Iran letztendlich in einer schwächeren Position an den Verhandlungstisch zurückbringen könnte, zieht die Führung in Teheran möglicherweise genau die gegenteilige Schlussfolgerung.» Die Botschaft aus Teheran deute darauf hin, dass wichtige Entscheidungsträger zunehmend wenig strategischen Wert in einer Rückkehr zu einem Abkommen mit den USA sähen. 

Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi sagte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars, man habe das Rahmenabkommen ausgesetzt. «Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt», zitierte die Agentur den Minister aus einem TV-Interview. Die Amerikaner hätten mit ihren «aggressiven Maßnahmen» gegen Verpflichtungen aus der Absichtserklärung verstoßen. Das sei der Grund gewesen, warum auch der Iran sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden fühlt.

Die USA und der Iran hatten sich Mitte Juni eigentlich auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der Straße von Hormus. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe, die allerdings auch vor der jüngsten Eskalation mehrfach gebrochen wurde. Trump erklärte diese Waffenruhe vergangene Woche für beendet.

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