Trump lobt zum Auftakt der Feierlichkeiten vor allem seine eigene Politik.
Alex Brandon/AP/dpa
Trump lobt zum Auftakt der Feierlichkeiten vor allem seine eigene Politik.
Feier zu 250 Jahren USA

Trump eröffnet US-Jubiläumsfeiern mit Selbstlob

Donald Trump gibt den Startschuss für die Jubiläumsfeiern der USA. Doch anstatt ausführlich auf deren 250-jährige Geschichte zurückzublicken, preist er in seiner Rede vor allem die eigene Politik.

Musik von Militär-Bands, in Formation fliegende Kampfjets und eine Rede von Donald Trump: Der US-Präsident hat die Feierlichkeiten rund um das 250. Gründungsjubiläum der Vereinigten Staaten in Washington mit reichlich Selbstlob eröffnet. Auf der National Mall, dem Park zwischen dem Kapitol und dem Lincoln Memorial im Herzen der US-Hauptstadt, widmete sich Trump vor allem einem Thema ausführlich: seiner eigenen Politik. 

Dabei schlug der US-Präsident den Bogen vom Iran-Krieg über umstrittene Bauvorhaben wie den neuen Ballsaal am Weißen Haus bis hin zu Maßnahmen, mit denen seine Regierung versucht, die Rechte von Transmenschen zu beschneiden. Kurz bevor sich der Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli zum 250. Mal jähre, sei er froh zu verkünden: «Amerika ist zurück». Trumps Rede glich über weite Strecken einer Wahlkampfansprache - und endete mit den Worten: «Wir werden Amerika wieder großartig machen. (...) Alles Gute zum Geburtstag, Amerika!»

Zahlreiche Menschen hatten sich auf der Grünanlage versammelt, um ihm zuzuhören. Einige trugen Kappen seiner MAGA-Bewegung (Make America Great Again), viele schwangen US-Flaggen. Vor Trump wandten sich auch einige Kabinettsmitglieder an die Menge - mit einem Lobgesang auf die USA und Trump. Verkehrsminister Sean Duffy sprach vom «großartigsten Präsidenten, den es in diesem Land seit George Washington je gab». Washington war der erste Präsident der USA (1789-1797) - die Hauptstadt trägt seinen Namen. 

Miese Umfragewerte für den «großartigsten Präsidenten»

Die Worte von Trumps Minister stehen im Kontrast zu den Zustimmungswerten des Präsidenten, die schon länger ziemlich schlecht sind. Vom Iran-Krieg bis zur kostspieligen Renovierung des inzwischen schon wieder von Algen befallenen Reflecting Pools in Washington - Trumps Anliegen in seiner zweiten Amtszeit seien nicht die des Großteils seiner Wählerbasis, «geschweige denn die anderer Amerikaner», zitierte der US-Sender ABC News Daniel Treisman, einen Politikwissenschaftler der University of California in Los Angeles. «Das erklärt seine ungewöhnlich niedrigen Zustimmungswerte.» Da die wichtigen Zwischenwahlen im November näherrücken, wird das auch für Trumps Republikaner zunehmend zum Problem. 

Planänderung nach Absagen von Künstlern

«Größte Live-Kundgebung aller Zeiten»: So hatte Trump das Auftakt-Event zu den Jubiläumsfeiern im Vorfeld gepriesen, obwohl da schon mehrere Künstler ihre Teilnahme an einer für die Feierlichkeiten geplanten Konzertreihe abgesagt hatten - darunter The Commodores, Poison-Frontmann Bret Michaels und Fabrice «Fab» Morvan vom einstigen Pop-Duo Milli Vanilli. Viele begründeten ihren Rückzug damit, dass die Veranstaltung politischer angelegt sei als ursprünglich dargestellt.

Trump reagierte darauf verärgert: «Wir wollen keine talentlosen Sänger, die euch mit ihren hohen Gagen in den Schlaf wiegen - wir haben ihnen allen gesagt, sie sollen zu Hause bleiben», schrieb er Anfang des Monats auf seiner Plattform Truth Social. «Alles, was wir wollen, seid ihr, ich, ein paar Redner und die großartigste Musik, die je gespielt wurde – dieselbe Musik, die ihr seit Jahren hört!»

Gemeint war damit unter anderem der Song «God Bless the USA». Das Lied wurde bei Trumps Wahlkampfveranstaltungen regelmäßig gespielt - bei den Jubiläumsfeierlichkeiten sang es nun der Country-Musiker Lee Greenwood direkt vor Trumps Rede.

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