Sozialdemokraten bei Wahl in Schweden vorn – Ausgang offen
Schwedens Sozialdemokraten liegen bei der Parlamentswahl vorn – und Regierungschef Kristersson muss um die Macht zittern. Doch wer regieren kann, ist noch offen.
Schwedens Sozialdemokraten liegen bei der Parlamentswahl vorn – und Regierungschef Kristersson muss um die Macht zittern. Doch wer regieren kann, ist noch offen.
Bei der Parlamentswahl in Schweden sind die Sozialdemokraten von Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson der Hochrechnung des Senders SVT zufolge stärkste Kraft geworden. Am Abend zeichnet sich aber das erwartet enge Rennen ab. Anderssons Partei kommt auf 27,6 Prozent der Stimmen. Bei der Hochrechnung, einer Kombination aus Nachwahlbefragungen und ersten Ergebnissen, folgt die konservative Partei von Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson mit 20 Prozent der Stimmen.
Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten kommen in der Hochrechnung auf 17,5 Prozent und würden damit im Vergleich zur Wahl 2022 (20,54 Prozent) Verluste verzeichnen. «Wahrscheinlich geht gerade eine Schockwelle durch die Reihen der Schwedendemokraten. Damit hatten sie nicht gerechnet», sagte der Politikwissenschaftler Tommy Möller der Nachrichtenagentur TT.
Welches politische Lager am Ende eine Mehrheit der 349 Sitze im schwedischen Reichstag für sich beanspruchen kann, wird sich erst noch zeigen. Die Parteien, die Andersson als Ministerpräsidentin unterstützen – neben den Sozialdemokraten die Linken, Grünen und die liberale Zentrumspartei – liegen bei 49,1 Prozent. Die bisherige Koalition von Kristersson aus drei Parteien sowie die Rechtspopulisten kommen zusammen auf 49,3 Prozent. In der Prognose von 20.00 Uhr lagen die Oppositionsparteien recht deutlich vorn.
Migration und Bandenkriminalität als Wahlkampfthema
Rund acht Millionen Schwedinnen und Schweden waren aufgerufen, abzustimmen. Lange vor der Wahl hatte die Opposition in Umfragen weit vorn gelegen. Kurz vor dem Termin hatte sich aber doch ein engeres Rennen um die Macht abgezeichnet als erwartet. Im Wahlkampf ging es unter anderem um die Herausforderungen des Landes im Umgang mit Migration, um Bandenkriminalität und um eine Verschärfung des Strafrechts. Aber auch um die Frage, ob die Rechtspopulisten in Schweden erstmals Teil einer Regierung werden könnten.
«Sie (die Schwedendemokraten, d. Red.) haben einen schwedischen Weg des Populismus entwickelt. Er ist nicht laut oder schreiend, sondern wirkt gemäßigter, bleibt aber provokant», hatte Wahlforscher Torbjörn Sjöström vom schwedischen Meinungsforschungsinstitut Novus laut der ARD vor der Wahl erklärt. Kristerssons Koalition aus seinen Konservativen, Christdemokraten und Liberalen regierte in den vergangenen Jahren seit der Wahl 2022 bereits mit Unterstützung der Rechtspopulisten. Der Vorsitzende der Schwedendemokraten, Jimmie Åkesson, hatte vor der Wahl geäußert: «Wir hatten die Chance, Verantwortung zu übernehmen. Diese Chance haben wir genutzt.»
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