Washington hatte seine militärische Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt. (Archivbild)
Giannis Angelakis/AP/dpa
Washington hatte seine militärische Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt. (Archivbild)
Atomverhandlungen

Iran-Atomdeal: Trump skeptisch – Oman sieht Einigung nah

Die USA wollen verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Jetzt sagt der Außenminister des Vermittlers Oman, Teheran sei zu einem Deal bereit. US-Präsident Trump ist jedoch «nicht glücklich».

US-Präsident Donald Trump ist unzufrieden über den bisherigen Verlauf der Atom-Verhandlungen mit dem Iran, der Vermittlerstaat Oman sieht dagegen einen Deal in greifbarer Nähe. «Ich bin nicht glücklich darüber, wie sie sich verhalten», sagte Trump in Washington über die Iraner. «Wir wollen, dass der Iran keine nuklearen Waffen besitzt, und genau diese wichtigen Worte sagen sie nicht». Omans Außenminister Badr al-Bussaidi stellte das beim US-Sender CBS News anders dar. Demnach gebe es eine Einigung, dass der Iran nie über Nuklearmaterial zum Bau einer Atombombe verfügen wird.

Dies sei der wichtigste Erfolg in den laufenden Verhandlungen, sagte al-Bussaidi in dem Interview. Trump kritisierte indes bei einem Besuch im US-Bundesstaat Texas, dass der Iran nicht auf die Anreicherung von Uran verzichten wolle. Das Land wolle «ein bisschen anreichern», auch wenn es dafür keine Notwendigkeit gebe. «Ich sage: keine Anreicherung, nicht 20 Prozent, 30 Prozent», was der Iran für zivile Zwecke wolle. Er sei damit nicht zufrieden. 

Omans Außenminister: «Der Frieden ist zum Greifen nah» 

Nach Ansicht al-Bussaidis verliert das Argument der Urananreicherung dagegen an Bedeutung, «denn jetzt sprechen wir von null Lagerung». Wenn man kein angereichertes Nuklearmaterial lagern könne, sei es «unmöglich, eine Bombe herzustellen», sagte er. Im Falle eines Abkommens würde der Iran nach seinen Worten der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zudem vollen Zugang zu seinen Atomanlagen gewähren. Er sei ziemlich zuversichtlich, «dass auch US-Inspektoren irgendwann Zugang erhalten werden», fügte er hinzu. 

Angesprochen auf Irans Raketenprogramm sagte Omans Außenminister: «Ich glaube, dass der Iran offen ist, über alles zu diskutieren.» Der Iran hatte bisher deutlich gemacht, dass eine Begrenzung des Raketenprogramms nicht verhandelbar sei. Al-Bussaidi sagte nun, dass man sich auf die wichtigsten Punkte schon «morgen» einigen könne. Technische Details würden noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. «Ich denke, innerhalb von drei Monaten wird alles bereit sein», sagte er. Nach einem vorherigen Treffen mit US-Vizepräsident JD Vance hatte er auf X geschrieben: «Der Frieden ist zum Greifen nah». Er freue sich auf «weitere und entscheidende» Fortschritte in den kommenden Tagen. 

Trump: Ein Deal muss Sinn machen

Trump sagte: «Sie wollen einen Deal machen, aber es muss ein Deal sein, der Sinn macht.» Zuletzt verhandelten die USA und der Iran am Donnerstag. Am Montag sind laut Irans Außenminister Abbas Araghtschi zunächst «technische Gespräche» in Wien geplant, wo die IAEA-Zentrale sitzt. Ob es danach zu einer weiteren, vierten Verhandlungsrunde beider Seiten kommt, ist noch unklar.

Trump hatte dem Iran kürzlich ein Ultimatum bis Anfang März gestellt. «Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich». Er hat mit militärischen Maßnahmen gedroht, sollte keine Einigung erzielt werden. «Ich würde es aber lieber auf friedliche Weise machen. Aber sie sind sehr schwierige Leute ... sie sind sehr gefährliche Leute, sehr schwierige Leute», sagte Trump nun. Es wäre netter, wenn ein Militäreinsatz nicht nötig sei, sagte er vor seinem Abflug nach Texas – «aber manchmal muss man es auf diesem Weg machen.»

Massive US-Militärpräsenz im Nahen Osten

Trump betonte, dass er das «stärkste Militär der Welt» nicht gerne einsetzen wolle. Er verwies zudem darauf, dass er durchaus ein Risiko für einen länger währenden Konflikt im Nahen Osten infolge eines US-Angriffs sehe. «Krieg birgt immer Risiken, sowohl positive als auch negative.» Eine abschließende Entscheidung über den weiteren Kurs habe er bislang nicht gefällt, sagte Trump. In Washington hatte er kurz zuvor an die Staatsführung in Teheran gerichtet gesagt: «Sie sollten ein Abkommen abschließen, das wäre klug von ihnen.» 

Washington hatte seine militärische Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt. Sollten die USA im Iran angreifen, wird damit gerechnet, dass Teheran Ziele in Israel attackiert. Die Bundesregierung rät angesichts der angespannten Lage «dringend» von Reisen nach Israel ab. Das Auswärtige Amt (AA) passte am Freitagabend seine Reise- und Sicherheitshinweise für das Land an. «Von Reisen nach Israel sowie nach Ostjerusalem wird dringend abgeraten», heißt es auf der AA-Homepage. Israel befinde sich weiter «formell im Kriegszustand». 

USA beschuldigen Iran der Geiseldiplomatie

Die US-Regierung bezeichnet den Iran nun offiziell als «Staat, der unrechtmäßige Inhaftierungen betreibt» (State Sponsor of Wrongful Detention). Außenminister Marco Rubio warf Teheran in einem X-Post zu der Entscheidung vor, seit Jahrzehnten unschuldige Ausländer – darunter US-Amerikaner – als politisches Druckmittel festzuhalten. Diese «abscheuliche Praxis» der politischen Geiselnahme müsse beendet werden. Sollte die Islamische Republik ihr Vorgehen nicht ändern, könnten weitere Maßnahmen folgen, erklärte Rubio.

© dpa-infocom, dpa:260228-930-747746/2
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