2025 nahmen deutlich mehr minderjährige Rekruten ihren Dienst bei der Bundeswehr auf als im Jahr zuvor. (Symbolbild)
Hannes P. Albert/dpa
2025 nahmen deutlich mehr minderjährige Rekruten ihren Dienst bei der Bundeswehr auf als im Jahr zuvor. (Symbolbild)
Rekruten

Gut 3.000 Minderjährige heuern bei der Bundeswehr an

Auch 17-Jährige dürfen schon zur Bundeswehr. Die Linke fragt regelmäßig ab, wie viele das sind. 2025 gab es einen deutlichen Anstieg.

Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr 3.131 Minderjährige in die Truppe aufgenommen. Das waren 13 von 100 Neueinsteigern, wie aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht. Der «Spiegel» hatte zuerst darüber berichtet. Es handelt sich nach Angaben der Linken um einen Höchstwert.

Demnach waren im vergangenen Jahr 2.690 junge Männer und 441 junge Frauen bei Dienstantritt 17 Jahre alt, was 12,5 Prozent aller neuen Soldaten entspreche. 638 minderjährige Soldatinnen und Soldaten verließen die Truppe vorzeitig wieder. Die meisten kündigten, einige wurden auch entlassen.

Linke kritisiert Rekrutierungspraxis 

Wie aus früheren beim Bundestag abrufbaren Regierungsantworten hervorgeht, zählte die Bundeswehr im Jahr davor 2.203 minderjährige Neuzugänge (10,9 aller neuen Soldatinnen und Soldaten), 2023 waren es 1.996 (10,6 Prozent) und im Jahr davor 1.773 (9,4 Prozent) unter 18-Jährige.

Linksfraktionschefin Heidi Reichinnek nannte die Entwicklung fatal und warf der Bundesregierung eine unverantwortliche Rekrutierungspraxis mit gezielter Bundeswehr-Werbung an Schulen vor. «Und das leider offensichtlich mit Erfolg». Ein freiwilliger Dienst in der Bundeswehr ist mit Einverständnis der Eltern vom vollendeten 17. Lebensjahr an zulässig.

© dpa-infocom, dpa:260227-930-746222/1
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