Walter Gunz: Vom Mediamarkt-Gründer zum Wal-Retter
Millionen, Management, Mediamarkt – und jetzt Wale retten? Der Unternehmer Walter Gunz begibt sich mit seiner jüngsten Aktion auf neues Terrain.
Millionen, Management, Mediamarkt – und jetzt Wale retten? Der Unternehmer Walter Gunz begibt sich mit seiner jüngsten Aktion auf neues Terrain.
Vor seiner privat finanzierten Wal-Rettungsaktion ist Walter Gunz nicht öffentlich durch sein Engagement für den Tierschutz aufgefallen. Bekannt wurde der bayerische Unternehmer dadurch, dass er 1979 die Elektronikmarkt-Kette Mediamarkt mitgründete. Darüber hinaus hatte er dem Berater-Portal «Expert Marketplace» zufolge über die Jahre hinweg verschiedene Management-Posten, unter anderem bei Axel Springer.
Im «Manager Magazin» tauchte Gunz teils auf den Listen der reichsten Deutschen auf. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betont er jedoch – oder gerade deswegen –, Geld spiele eine untergeordnete Rolle für ihn. «Die Leute denken immer zu viel an Geld. Man darf sich da nicht verkrampfen. Geld ist eine Energie und man muss sorgfältig damit umgehen.» Geld, Kraft und Energie müsse man für das Richtige und Gute einsetzen.
Zwischen Wirtschaft und Philosophie
Neben seinem wirtschaftlichen Hintergrund hat Gunz auch Philosophie studiert und sich als Autor versucht. 2013 schilderte er in dem Buch «Ich bin doch nicht blöd» – in Anspielung auf seinen bekannten Mediamarkt-Werbeslogan – auf ungewöhnliche Weise die Geschichte seiner Firmengründung und betitelte diese als «spirituelle Reise durch Politik, Ökologie, Philosophie Glauben und Religion». 2017 erschien sein Buch «Das Geschenk» – ein Plädoyer für ein erfülltes Leben jenseits von Status und Geld.
Zum selbst ernannten Wal-Retter wurde Gunz nach eigener Erzählung eher zufällig. Er sei von Bekannten gefragt worden, ob man für den Wal nicht etwas tun könne. «Dann bin ich plötzlich als der Retter der Nation erschienen, obwohl ich vom Typ her eigentlich überhaupt kein Held bin.» Kritik von renommierten Wal-Experten ließ der Unternehmer nicht gelten, sondern stellte stattdessen sein Team nach eigenen Präferenzen zusammen. Der Tierschutz sei ihm schon seit Jahrzehnten ein Anliegen und er unterstütze 23 Gesellschaften in diesem Bereich, erzählt Gunz. Der Mensch habe den Auftrag, die Erde zu schützen.
In einem aktuellen Interview mit dem Sender News5 betont Gunz zudem, er sei ein Teamplayer und bringe Menschen zusammen. Auch Mediamarkt sei nur dadurch entstanden, dass viele Menschen zusammengearbeitet hätten. Eine eigene Familie hat der Unternehmer Medienberichten zufolge nicht. «Ich war viele Jahre mit Mediamarkt verheiratet, das war mein Baby», sagte er in einem früheren Gespräch mit dem Portal «GoMagazin».
Pferderennsport von Tierschützern kritisiert
Neben Gunz ist auch die aus dem Pferdesport bekannte Unternehmerin Karin Walter-Mommert an der Finanzierung der Aktion beteiligt. Medienberichten zufolge ist Walter-Mommert Besitzerin von Trabrennpferden und gewann 1999 die Europameisterschaft der Amateurfahrerinnen. 1998 und 1999 wurde sie zudem deutsche Amateurmeisterin. Walter-Mommert ist mit Ulrich Mommert, einem österreichischen Unternehmer, verheiratet. Einem Bericht des Magazins «Forbes» zufolge wird sein Vermögen auf 1,7 Milliarden US-Dollar geschätzt. Auch Walter-Mommert ist bislang nicht in Sachen Tierschutz bekanntgeworden – im Gegenteil: Seit Jahren üben Tierschützer heftige Kritik am Pferderennsport.
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