Hinterhäuser leitete das Festival seit 2016. (Archivbild)
Barbara Gindl/apa/dpa
Hinterhäuser leitete das Festival seit 2016. (Archivbild)
Renommierte Festspiele

Salzburger Festspiel-Streit: Intendant Hinterhäuser geht

Fast zehn Jahre hatte der selbstbewusste Intendant das Klassik-Festival in Salzburg geleitet. Jetzt wurde Hinterhäuser beurlaubt. Nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin wird bereits gesucht.

Der langjährige Intendant Markus Hinterhäuser verlässt die Salzburger Festspiele nach einem Streit über seinen Führungsstil. «Aufgrund unüberbrückbarer Auffassungsunterschiede und Differenzen gehen die Salzburger Festspiele und Intendant Markus Hinterhäuser ab sofort getrennte Wege», hieß es in einer Mitteilung des Festspiel-Kuratoriums.

Der Konflikt zwischen dem langjährigen künstlerischen Leiter des österreichischen Festivals und dem Aufsichtsgremium hatte zuletzt in der Kulturszene und in den Medien für großes Aufsehen gesorgt. Denn die Festspiele in Mozarts Geburtsstadt gelten als eines der wichtigsten Hochkultur-Events der Welt. 

Differenzen zwischen Hinterhäuser und dem Kuratorium, in dem die öffentlichen Geldgeber des Festivals vertreten sind, bestanden offenbar schon länger. Denn im Jahr 2024 hatten beide Seiten eine sogenannte Wohlverhaltensklausel im Vertrag des Intendanten vereinbart. Damit sollte sein Verhalten gegenüber dem Management des Festivals und gegenüber anderen geregelt werden.

«Emotionaler, bisweilen auch ein impulsiver Charakter»

In der Vergangenheit hatte Hinterhäuser in einem Interview mit den «Salzburger Nachrichten» eingeräumt, dass er ein «emotionaler, bisweilen auch ein impulsiver Charakter» sei. Zuletzt hatte das Kuratorium mitgeteilt, dass Hinterhäuser gegen die Klausel verstoßen habe. Der Grund: Er hatte bei der Suche nach einer Leiterin oder eines neuen Leiters der Theatersparte Präferenzen für eine Kandidatin signalisiert, obwohl diese sich keinem Hearing gestellt hatte. 

Der Intendant hatte dazu Ende Februar Kommunikationsfehler eingeräumt, wollte aber dennoch wie ursprünglich vereinbart bis 2031 Intendant bleiben. Die Differenzen konnten in einem letzten Gespräch zwischen den Festspiel-Anwälten, Hinterhäuser und seiner Rechtsvertretung nicht ausgeräumt werden, hieß es in der Mitteilung. Hinterhäuser äußerte sich aktuell nicht, doch die Mitteilung sei mit ihm abgestimmt, so das Gremium.

Hinterhäuser hatte das renommierte österreichische Festival für Oper, Konzerte und Theater seit 2016 geleitet - mit großem künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolg. Er sorgte für hohe Auslastungszahlen und hochkarätige Namen auf der Bühne. In der kommenden Sommersaison im Juli und August werden etwa Werke von Literaturnobelpreisträgern wie Peter Handke oder Elfriede Jelinek uraufgeführt. 

Wer folgt nach?

In Salzburg werden bereits die Weichen für die Ära nach Hinterhäusers Abgang gestellt. Nach Angaben des Kuratoriums laufen schon Gespräche mit Kandidatinnen und Kandidaten für eine Übergangs-Intendanz. Und auch die dauerhafte Nachfolge werde vorbereitet, hieß es.

In Medienberichten wurde in den vergangenen Wochen unter anderem der Opernregisseur Barrie Kosky häufig als möglicher Nachfolger genannt. Der ehemalige Intendant der Komischen Oper Berlin äußere sich dazu nicht, teilte sein Management der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch Nikolaus Bachler, Ex-Intendant der Bayerischen Staatsoper und aktueller Leiter der Osterfestspiele Salzburg, wird im Zuge der Personal-Spekulationen genannt. Bachler sagte am Mittwoch in einem Osterfestspiel-Pressegespräch, dass er sich nicht mit diesem Thema beschäftige. «Ich habe im Augenblick wirklich nichts damit zu tun», meinte er.

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