Nach 40 Jahren mit Helloween weiß Bandgründer und Gitarrist Michael Weikath genau, was ein neues Album bieten muss. «Ja, das sind diese üblichen hymnenhaften Melodien», sagt Weikath (63) im Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Die müssen recht melodisch ausgeprägt und intense sein, so dass man sich die nach Möglichkeit merken kann.» Auf dem neuen, 17. Studioalbum der Hamburger Power-Metal-Band gibt es davon reichlich.
Zweites Album seit der Reunion
«Giants And Monsters» heißt neue LP, die zweite seit der Rückkehr der Gründungsmitglieder Kai Hansen (Gitarre/Gesang) und Michael Kiske (Gesang), wodurch Helloween zu siebt sind. Man habe nach dem Nummer-Eins-Album «Helloween» einfach so weitergemacht, sagt Weikath, einer von nun fünf Songwritern in der Band. «Die Prämisse war, dass man gern ein bisschen was Moderneres oder was Kommerzielleres machen kann, ohne sich zu verbiegen. Da haben sich eigentlich auch alle dran gehalten.»
Eine Menge Titel standen zur Auswahl. Zehn sind schließlich auf dem neuen Album gelandet. Um das Konfliktpotenzial gering zu halten, wählten Helloween nicht selbst aus, sondern ließen ihren Manager, die Produzenten Charlie Bauerfeind, Dennis Ward und andere Leute aus dem Bandumfeld entscheiden. «Weil wir selber zu tief drinsitzen», erklärt Weikath. «Man kann sich gegenseitig beleidigen, ohne dass man das will.»
Zehn kräftige Helloween-Hymnen
Vom soliden Opener «Giants On The Run» bis zum achtminütigen Epos «Majestic» legen Weikath und Co. zehn eingängige, kraftvolle und teils progressive Metal-Songs vor, mit denen langjähriger Fans zufrieden sein dürften. Findet auch der Gitarrist. «Größtenteils ist es einfach das, was die Leute auch erwarten», sagt der 63-Jährige. «Das ist immer noch alles in dem typischen Helloween-Rahmen, wie wir uns den über die Jahrzehnte erarbeitet haben.»
Die Formation mit den beiden Sängern Kiske und Andi Deris mit ihren ganz unterschiedlichen Stimmen - und Hansen obendrein - gibt Helloween noch mehr Variabilität. Das klingt hervorragend, etwa bei «This Is Tokyo».