Deutsche und ukrainische Musiker setzen Zeichen in Lwiw
Es geht um mehr als ein Konzert. Musiker aus Dresden und Berlin nehmen Urlaub, um nach Lwiw zu reisen und dort gemeinsam mit Kollegen aus der Ukraine zu spielen.
Es geht um mehr als ein Konzert. Musiker aus Dresden und Berlin nehmen Urlaub, um nach Lwiw zu reisen und dort gemeinsam mit Kollegen aus der Ukraine zu spielen.
Musik als Zeichen der Hoffnung und Solidarität: Orchestermusiker aus Dresden und Berlin wollen an diesem Samstag in Lwiw (Lemberg) gemeinsam mit Kollegen der Nationalen Philharmonie Lwiw ein Hilfskonzert für die ukrainische Bevölkerung geben.
Auf dem Programm stehen Robert Schumanns 2. Sinfonie, das Violinkonzert von Thomas de Hartmann und ein Werk eines ukrainischen Komponisten, wie die Organisatoren mitteilten. Am Pult steht Theodor Kucharenko. Als Solist wird der Geiger Andrej Tschaikowsky zu erleben sein.
Musiker wollen ein Zeichen der Hoffnung setzen
«Es ist uns ein wichtiges Anliegen, in diesen schwierigen Zeiten Solidarität zu zeigen und ein Zeichen der Hoffnung zu setzen», sagte Andreas Dude, Kontrabassist der Elbland Philharmonie. Er hatte das Projekt auf privater Basis ins Leben gerufen und im Kollegenkreis Mitstreiter gefunden. Für die Reise nehmen die Musiker eine knappe Woche Urlaub. «Wir haben eine Vorstellung von der Situation vor Ort durch Bilder und Berichte, rechnen aber mit emotional bewegenden Momenten», sagte Dude der Deutschen Presse-Agentur.
Orchestern in der Ukraine fehlen Musiker wegen Fronteinsatz
Dude verwies auf die angespannte Lage in ukrainischen Orchestern. «Durch den Einsatz vieler Musiker an der Front fehlt es häufig an Besetzung, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten», betonte er. In Lwiw seien zudem Kurse mit geflüchteten Kindern aus der Ostukraine geplant, die sich derzeit im Westen des Landes aufhalten. Die Deutsche Botschaft unterstütze das Projekt finanziell. Sie übernehme die Kosten für die Zugfahrt der Musiker.
Für das Projekt sind noch Spenden willkommen
Für die Unterbringung werden noch Spender gesucht, hieß es. Ein Oboist reise sogar mit seinem privaten Auto an, um Spenden in Form von Instrumentenzubehör nach Lwiw zu transportieren. «Wir sind dankbar, auch einen kleinen, bescheidenen Teil zur Hilfe für die Ukraine beisteuern zu können», sagte Dude.
© dpa-infocom, dpa:260629-930-303412/1
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