Torsten Sträter nach Tumordiagnose: «Ich mache Dinge jetzt sofort, die ich früher gern verzögert habe.» (Archivbild)
Christian Charisius/dpa
Torsten Sträter nach Tumordiagnose: «Ich mache Dinge jetzt sofort, die ich früher gern verzögert habe.» (Archivbild)
Vor Start des neuen Programms

Torsten Sträter will Tumor nicht zum Comedy-Stoff machen

Auch wenn seine Erkrankung sein Bühnenprogramm nicht prägen wird: Seinen Blick auf das Leben hat die Diagnose verändert. Wie genau, verrät er in einem Interview.

Der Comedian Torsten Sträter will seine überwundene Krebserkrankung nicht zum Stoff für sein neues Bühnenprogramm machen. «Ich will keine Tumorgeschichte erzählen», sagte der 59-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). 

«Erst mal kennt das jeder Dritte aus seinem Umfeld und erfährt dann nur, dass ich die gleichen Ängste und Schmerzen habe wie alle anderen auch. Das will ich nicht.» Er wolle schließlich unterhaltsam sein. «Aber zu dieser Mischung aus schwerer Erkrankung und Unterhaltung fehlt mir noch die Idee», sagte Sträter.

Der in Dortmund geborene Comedian hatte zu Jahresbeginn wegen einer Tumordiagnose seine Auftritte absagen müssen. Im Mai war er dann auf die Bühne zurückgekehrt. Ab September geht er mit neuem Programm auf Tournee. 

Veränderter Blick aufs Leben: «Ich mache Dinge jetzt sofort»

Gerade sei seine Erkrankung nicht da, sagte er dem RND. Angesprochen auf das Älterwerden, berichtete Sträter, dass ihm in diesem Jahr viele Sachen bewusst geworden seien. Er brauche gar nicht viel: «Ein bisschen Stille, ein bisschen geliebte Menschen um mich herum, ein bisschen einen guten Film im Kino sehen, ein bisschen Autofahren.» Wie gerne er letzteres tue, sei ihm erst aufgefallen, nachdem er es sechs Wochen lang nicht durfte. 

Nach der Diagnose habe er zudem einen anderen Blick auf das Leben: «Ich mache Dinge jetzt sofort, die ich früher gern verzögert habe. Und ich kann mich neuerdings aufraffen, Dinge sofort zu machen, um mich selbst mit Erinnerungen anzufüllen und Dinge geregelt zu bekommen», so Sträter. 

Der 59-Jährige zählt zu den erfolgreichsten Kabarettisten Deutschlands. Für sein Live-Programm wurde er 2024 mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet. 2022 erhielt er zusammen mit Kurt Krömer einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung für ein TV-Gespräch über Depressionen.

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