Mozzarella-Wasser und Steine zum Pasta-Kochen
«Stanley Tucci in Italien» ist ein wenig Urlaub für die Sinne. Der Hollywood-Star erschließt dabei auch weniger touristische Region, wie etwa die Marken an der Adriaküste. Dort probiert er von Hand gefischte Muscheln, findet eine Strandhütte, die drei Michelin-Sterne hat, und isst das traditionsreiche Gericht Vincigrassi, die laut Einheimischen bessere Lasagne. Nicht selten läuft einem dabei als Zuschauer das Wasser im Munde zusammen.
Auf die Frage, welches Gericht ihm selbst am besten geschmeckt hat, überlegt er. «Es gibt so viele», sagt er. «Da war dieser Koch, der den Mozzarella auf drei verschiedene Arten verwendet hat. Er hat die Pasta sogar im Wasser des Mozzarellas gekocht. Er hat immer weitere Schichten von Geschmack aufgebaut – das war unglaublich. Und dann gab es das komplette Gegenteil: ein Gericht, bei dem jemand Pasta einfach nur mit etwas Tomate, Knoblauch, Petersilie und Steinen gekocht hat.» Die Steine werden selbstverständlich nicht mitgegessen.
Treffen mit Strafgefangenen, die Kuchen backen
Am meisten hat es dem Hollywood-Star Sardinien angetan. «Ich fahre immer wieder gerne nach Sardinien», sagt Tucci im dpa-Gespräch. «Die Landschaft ist so rau und ursprünglich. Die Menschen haben ein sehr starkes Bewusstsein für ihre eigene Identität, gleichzeitig sind sie eher ruhig und zurückhaltend. Und sie pflegen diese uralten Rituale weiterhin. Das fasziniert mich unglaublich.»
Eine außergewöhnliche Begegnung hat Tucci in Venetien. Dort besucht er Strafgefangene, die eine Kuchen-Spezialität herstellen. Außerdem ist er zum Essen bei einem in Nigeria geborenen Koch zu Gast, der für einige der meist behüteten Rezepte in der Region Venetien bekannt ist. Beinahe politisch wird es, wenn über die Herkunft des Tiramisus diskutiert wird.
Hollywood-Kollegen profitieren von Tuccis Erfahrungen
Auch für die Dreharbeiten von «Der Teufel trägt Prada 2» reiste Stanley Tucci nach Italien. Der Film spielt teilweise in Mailand - und natürlich zeigte er seinen Co-Stars gute Restaurants. «Wenn ich mit einem Filmprojekt oder Ähnlichem in Italien bin, fragen mich die Leute immer sofort, wo man essen gehen sollte», sagt er. «Und meistens weiß ich tatsächlich Bescheid.»
Von Philip Dethlefs, dpa
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