Katastrophenfilme haben ihn groß gemacht - Blockbuster-Regisseur Roland Emmerich.
Daniel Bockwoldt/dpa
Katastrophenfilme haben ihn groß gemacht - Blockbuster-Regisseur Roland Emmerich.
Blockbuster-Regisseur

Roland Emmerich: Keine Rückkehr nach Deutschland

Vor 30 Jahren kam der Riesen-Hit «Independence Day» ins Kino. Regisseur Roland Emmerich hat damit seine Karriere gestartet. Seit 36 Jahren wohnt er in den USA. Und das wird wohl auch so bleiben.

Für den Katastrophenfilm-Regisseur Roland Emmerich (70) kommt ein Umzug zurück nach Deutschland nicht infrage. «Nein, wenn dann London. Ich habe ein Haus in London. Das ist total schön», sagte Emmerich der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Ein Grund dafür sei auch, dass dort Englisch gesprochen werden. «Ich bin jetzt 36 Jahre in Amerika, also länger in Amerika als in Deutschland», sagte der gebürtige Stuttgarter. Er und sein Ehemann hätten aber ihre deutschen Pässe noch. «Wenn Trump den Weltkrieg anfängt, dann ... (lange Pause) wie auch immer.» Aber das wolle er nicht hoffen.

Ist Filmemachen für ihn Hobby oder Arbeit?

Roland Emmerichs «Independence Day» über einen Alien-Angriff auf die Erde kam im Sommer vor 30 Jahren in die Kinos. Der Film sei bedeutsam, weil «es mein erfolgreichster Film ist». Es sei für ihn klasse, dass er damit eine Karriere starten konnte, die vor allem Spaß mache. «Ich habe gedacht, dass das ein Hobby ist. Und ich will das auch als Hobby behalten.» Noch immer mache er alle ein oder zwei Jahre einen Film. 

Mal wieder Lust, das Weiße Haus zu zerstören?

Unter Trump sei es nicht ganz so leicht wie früher, politische Filme zu machen. «Da muss man warten, bis Trump weg ist.» Auf die Frage, ob er mal wieder Lust hätte, in einem seiner Filme das Weiße Haus zu zerstören, muss Emmerich lachen. «Ich habe das schon so oft gemacht.» Das sei ja quasi schon ein alter Hut. Gleichzeitig habe es aber natürlich auch eine größere Ausdruckskraft, wenn man das Weiße Haus zerstört. «Das heißt was.»

Hat KI in einem Emmerich-Film Platz?

Künstliche Intelligenz habe er in seinen Filmen bislang noch nicht genutzt. Aber natürlich könne man die Technik auch nicht außen vor lassen. «Wenn es nötig ist, werde ich das benutzen.»

Das Filmemachen an sich sei durch die Technisierung und Digitalisierung aber viel einfacher geworden. «Aber auch schwerer, weil der Druck höher wird.» Die Filme müssten das Geld bringen. «Der Erfolg ist wichtiger. Wenn du zwei, drei Filme gedreht hast, die nicht so funktionieren, kann man es vergessen. Das ist schon ganz schön knallhart, was man da so erlebt.» 

Was Emmerich heutzutage beim Filmemachen fehlt

Ihm fehle es, zu reisen. «Heutzutage reist du nicht mehr. Nur noch für ganz, ganz große Filme.» Wenn Emmerich mal richtig entspannen will, dann reist er privat. «Dann bin ich auf meinem Boot und schippere durch die griechischen Inseln. Ich habe ein sehr schönes altes Boot.» Das Motorboot aus Holz sei aus dem Jahr 1931. 

Mit Blick auf seine lange Filmkarriere bereue er keinen Film. «Die sind alle unterschiedlich gemacht.» Er habe aber einen Lieblingsfilm. Und zwar «Anonymus» aus dem Jahr 2011. In dem politischen Thriller geht es auch darum, ob die Werke von William Shakespeare wirklich von ihm selbst geschrieben wurden. 

Roland Emmerich ist einer der Hauptredner auf der Digital- und Onlinemarketingmesse OMR in Hamburg. Zu seinen wichtigsten Filmen gehören auch «The Day After Tomorrow», «The Patriot» und «Godzilla». 

Am Mittwoch werden beim OMR-Festival in Hamburg neben anderen Heidi Klum und der einstige Football-Star Tom Brady erwartet.

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