Uma Thurman spielt die Auftragskillerin «Black Mamba», die von ihrem Boss und Liebhaber Bill (Kung-Fu-Ikone David Carradine) schwanger wird und deshalb aus dem Profikiller-Ring aussteigen will. Sie taucht unter und plant eine Hochzeit mit einem ahnungslosen Mann. Doch dann kommen ihr Bill und die Killer-Kolleginnen auf die Spur und metzeln die Hochschwangere samt der Hochzeitsgesellschaft in einer Kirche ab. Trotz einer Kugel im Kopf überlebt die Braut und erwacht nach vier Jahren im Koma mit nur einem Gedanken: Rache.
Tarantinos kultige Anlehnung an chinesische Kung-Fu-Filme, Italo-Western,
japanische Samurai-Filme und Animationen ist nichts für schwache Nerven. Das Kunstblut spritzt in hohen Fontänen aus abgeschlagenen Gliedmaßen, Rümpfen und Köpfen. Nach und nach tötet die Schwert-wirbelnde Braut das
Elite-Kader, gespielt von Lucy Liu, Daryl Hannah, Vivica A. Fox und Michael Madsen.
Legendäre Kampfszene in Farbe
Tarantino hält in der langen Fassung an seiner verschachtelten Erzählweise mit zehn Kapiteln fest. Die Unterschiede stecken im Detail. Am auffälligsten ist die neue Version der über 20-minütigen Kampfsequenz in dem japanischen Nachtclub «House of Blue Leaves». Dort nehmen O-Ren Ishii (Lucy Liu) und ihre Kampftruppe Crazy 88 ein grausiges Ende. In «Kill Bill – Volume 1» wurde die legendäre Szene teilweise in Schwarz-Weiß gezeigt, um eine noch strengere Zensur zu vermeiden. Jetzt gibt es sie komplett in Farbe, blutrot statt im dezenteren Grauton.
Neu ist auch eine siebenminütige Anime-Sequenz über die traumatische Kindheit von O-Ren-Ishii, die später zu einer gefürchteten Killerin wird. Im Abspann gibt es zudem einen Zeichentrick-Kurzfilm mit dem Titel «Yuki's Revenge». Mittendrin gönnt Tarantino den Zuschauern eine viertelstündige Pause.
Genie ohne Schulabschluss
Als Autorenfilmer macht Tarantino kaum Kompromisse. Er führt Regie, schreibt Drehbücher, ist selbst häufig Produzent - ein Genie ohne Schulabschluss. Seine jung geschiedene Mutter zog den 1963 geborenen Quentin Jerome in Los Angeles auf. Dort ging der Filmjunkie in Ghetto-Kinos, wo Kung-Fu-Streifen und Western liefen. Alles Weitere lernte er durch Jobs in Videoläden und beim Schauspielunterricht. In Robert Redfords Sundance Institute belegte er einen Regie-Workshop.
Mit seinem Sundance-Debüt «Reservoir Dogs» feierte Tarantino 1992 den ersten Kinoerfolg. Zwei Jahre später folgte «Pulp Fiction», mit Uma Thurman als Frau eines Gangsterbosses. Der kultige Auftritt in der brutalen Gangster-Farce brachte der damals 24-Jährigen die erste und bis jetzt einzige Oscar-Nominierung ein. Tarantino gewann seinen ersten Oscar für das Original-Drehbuch zu der Blutorgie, den zweiten gab es für das Drehbuch zu «Django Unchained» (2013). Zuletzt brachte er 2019 «Once Upon a Time in Hollywood», eine Zeitreise ins Los Angeles der 1960er Jahre, mit Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Margot Robbie ins Kino.
Eine Fortsetzung von «Kill Bill»?
Tarantino, der mit seiner Frau, der Sängerin Daniella Pick, seit einigen Jahren in Israel lebt, wurde 2022 zum zweiten Mal Vater. Schon häufiger deutete er an, dass er nach einem zehnten Spielfilm als Regisseur aufhören werde. Tarantino hat offiziell neun Filme als Regisseur gedreht, wobei er «Kill Bill» als ein zusammenhängendes Werk zählt.
Konkretes über sein möglicherweise letztes Filmprojekt ist derzeit nicht bekannt, doch «Kill Bill»-Fans geben die Hoffnung auf einen weiteren Teil nicht auf.
2019 heizte Tarantino die Spekulationen an. Er habe kürzlich mit Thurman über eine mögliche Fortsetzung gesprochen, erzählte er im Podcast «Happy Sad Confused». Wenn es jemals einen weiteren Teil von einem seiner Filme geben würde, dann wäre es ein dritter «Kill Bill», führte er weiter aus.
Von Barbara Munker, dpa
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