Eva Trobisch hat bisher drei Spielfilme realisiert. (Archivbild)
Soeren Stache/dpa
Eva Trobisch hat bisher drei Spielfilme realisiert. (Archivbild)
Neu im Kino

Familiäre Konflikte und Ost-Identität: Trobischs neuer Film

Eine Jugendliche sucht im neuen Film von Eva Trobisch nach ihrer Identität. «Etwas ganz Besonderes» zeigt, wie Generationen in Ostdeutschland mit Vergangenheit und Gegenwart ringen.

Wer bin ich - und was heißt es, aus Ostdeutschland zu kommen? Der Film «Etwas ganz Besonderes» verknüpft die Selbstsuche einer jungen Frau mit der Frage nach ostdeutscher Identität. Es ist der dritte abendfüllende Spielfilm von Eva Trobisch. Er feierte im Wettbewerb der Berlinale Premiere.

Trobisch, geboren 1983 in Ostberlin, entwirft ein Gesellschaftsbild am Beispiel einer Familie aus dem thüringischen Greiz. In einer Folge kürzerer und längerer Momentaufnahmen zeigt sie den Alltag von drei Generationen.

Im Zentrum steht die Jugendliche Lea (Frida Hornemann), die sich bei einer Castingshow beworben hat. Der Redakteur fragt sie, wer sie sei und was sie ausmache. Lea weiß darauf erst einmal nichts zu sagen und beginnt, nach einer Antwort zu suchen.

Mehr Familiengeschichte als Zeitbild

Unterdessen wird in Leas Heimatort das Museum mit EU-Mitteln aufwendig saniert, während die Pension ihrer Familie zugleich um ihre wirtschaftliche Existenz kämpft.

Im Film wird viel thematisiert: unterschiedliche politische Haltungen, Spannungen zwischen Jung und Alt, Beziehungsfragen und auch der Blick auf die Mechanismen von Fernseh-Castingshows. Greiz ist dabei vor allem Schauplatz dieser Familiengeschichte und tritt als sozialer und politischer Resonanzraum zurück. 

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Trobisch will aber auch das Lebensgefühl einer ostdeutschen Gegenwart einfangen - zwischen rechtspopulistischen Erfolgen, demokratischem Selbstverständnis und den Nachwirkungen der Wiedervereinigung. Doch dies bleibt eher skizzenhaft. Die Stärke des Films liegt im Ensemble um die 2007 geborene Hornemann und im Blick auf familiäre Verletzungen und Verwerfungen.

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