Das Drehbuch ist im Gegensatz zum ersten Film keine Adaption von Lauren Weisbergers Roman. Andy (Anne Hathaway) ist inzwischen eine renommierte Journalistin und soll bei einer Gala mit einer Auszeichnung geehrt werden. Doch kurz bevor sie auf der Bühne ihren Preis entgegennimmt, bekommt sie per Textnachricht ihre betriebsbedingte Entlassung mitgeteilt.
Gleichzeitig wird das «Runway»-Magazin von einem Skandal erschüttert. Chefredakteurin Miranda steht unter Druck. Besitzer Irv (wie im ersten Film: Tibor Feldman), der von Andys Entlassung weiß, heuert sie als neue Feature-Redakteurin an, um «Runway» die Glaubwürdigkeit zurückzugeben und den Skandal hinter sich zu lassen. Dummerweise weiß Miranda nichts davon und ist auch alles andere als erfreut, als sie es erfährt.
Eine veränderte Medienwelt
«Für den Journalismus insgesamt ist das Timing interessant», sagt Meryl Streep. Schließlich waren soziale Medien 2006 noch kein großes Thema. Das Iphone kam erst ein Jahr nach «Der Teufel trägt Prada» auf den Markt. «Deshalb fand ich es eine großartige Idee, diese lebendigen Charaktere, die fest in ihrer Welt verankert sind, in eine Realität zu versetzen, die plötzlich von der Digitalisierung erschüttert wird.»
Bei «Runway» muss sich Andy erneut gegenüber Miranda behaupten und erst mit vielen neuen Kollegen warm werden. Nur der treue Nigel (Stanley Tucci) scheint ihr wohlgesonnen. Gleich bei ihrem ersten Termin trifft sie auf ihre ehemalige Kollegin Emily (Emily Blunt), die inzwischen bei Dior die Geschicke leitet und beim ersten Wiedersehen auch nicht unbedingt freundlich rüberkommt.
Während Andy versucht, sich erneut bei «Runway» zu behaupten, stellt sie fest, dass sich hinter der kühlen Fassade der einst so starken Miranda eine Frau verbirgt, die mit den beruflichen und gesellschaftlichen Veränderungen hadert. Als dann auch noch eine große Veränderung beim Verlagshaus droht, steht die Zukunft von «Runway» - und damit auch von Miranda - auf der Kippe.
Ein Wiedersehen mit alten Bekannten
Es dauert nur wenige Minuten und man ist als Zuschauer wieder voll drin im «Runway»-Kosmos. Es ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Trotz der langen Pause macht «Der Teufel trägt Prada 2» direkt dort weiter, wo der erste Film aufgehört hat. Es gibt auch einige subtile Anspielungen auf den Vorgänger.
Die Rolle als Miranda Priestly brachte Meryl Streep eine von insgesamt 21 Oscar-Nominierungen ein. Gut möglich, dass es nun die nächste gibt. Die 76-Jährige ist wieder köstlich als skrupellose Chefredakteurin. Für Lacher sorgen zudem Emily Blunt mit ihrer trockenen britischen Hochnäsigkeit und Justin Theroux, der als ihr Liebhaber Benji Barnes wirklich zum Fremdschämen ist.
Miranda muss neuerdings aufpassen, was sie sagt, um keinen Rüffel der Personalabteilung zu riskieren. «Wir leben in einer anderen Welt, aber sie ist immer noch Miranda», erklärt Regisseur David Frankel. «Sie muss sich nun innerhalb dieser neuen Spielregeln bewegen.» Sogar ihren Mantel muss die Chefredakteurin selbst aufhängen.
David Frankels Sorge, eine Fortsetzung des Kultfilms könne die Erwartungen enttäuschen, ist nachvollziehbar. Doch das Gegenteil ist der Fall. «Der Teufel trägt Prada 2» ist ein temporeicher, kurzweiliger Film, der genauso unterhaltsam ist wie der Vorgänger. Das liegt einerseits an den bestens aufgelegten Stars, andererseits an dem zeitgemäßen Drehbuch von Aline Brosh McKenna und den pointierten Dialogen.
Von Philip Dethlefs, dpa
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