Der Matchwinner: Deniz Undav jubelt nach dem Spiel neben dem DFB-Maskottchen.
Tom Weller/dpa
Der Matchwinner: Deniz Undav jubelt nach dem Spiel neben dem DFB-Maskottchen.
Fußball-Nationalmannschaft

Nagelsmanns Haupt-Erkenntnisse in einer erfolgreichen Woche

Das Ziel zum Start ins WM-Jahr waren zwei Siege. Nach dem 4:3 in der Schweiz und dem 2:1 gegen Ghana sind es nun sogar schon sieben in Serie. Der Bundestrainer sieht «Schritte nach vorne».

Zwei Spiele, zwei Siege - Julian Nagelsmann verließ das Stuttgarter Stadion nach dem erreichten Wochenziel mit einem schon guten WM-Gefühl. «Wir haben Erkenntnisse gewonnen, die wir jetzt verarbeiten. Wir haben ein paar Schritte nach vorne gemacht Richtung WM», resümierte der Bundestrainer. Das spät erzwungene 2:1 gegen Ghana gefiel ihm als Trainer insgesamt sogar besser als das wilde und unterhaltsame 4:3 in der Schweiz.

Die WM-Perspektive

In der Favoritenrolle für den goldenen WM-Pokal sieht Nagelsmann den viermaligen Weltmeister Deutschland nicht. Aber nach sieben Siegen in Serie stimmt die Richtung. Und nichts stärkt das Selbstvertrauen mehr als Erfolge. «Wir haben sicherlich zwei nicht perfekte Spiele gemacht. Aber wir haben beide Spiele trotzdem gewonnen», hob Kapitän Joshua Kimmich explizit hervor.

«Die Jungs haben ein sehr gutes Verständnis jetzt, wie sie auftreten müssen, wo sie ansetzen können, dass es noch stabiler wird», sagte Nagelsmann. Am 12. Mai wird er seinen WM-Kader nominieren. 13 Tage später beginnt die unmittelbare Turniervorbereitung in Herzogenaurach. 

Dafür äußerte der 38-Jährige seine Wünsche. An vorderster Stelle stehen fitte, formstarke Akteure. Er drückt «allen Spielern die Daumen», dass sie die Saison in ihren Vereinen bestmöglich beenden. «Sie sollen möglichst viele Titel mitbringen in die letzte Phase vor der WM», sagte der Bundestrainer: «Dann haben wird nochmal zwei schöne Tests gegen Finnland und die USA - und dann sind wir sehr gut präpariert und geben alles für ein gutes Turnier.»

Großes Offensiv-Potenzial mit einer Neuentdeckung 

Die Offensive bietet dem Bundestrainer vielfältige Möglichkeiten. Florian Wirtz ist ein echter Unterschiedsspieler. Kai Havertz nahm bei seiner Rückkehr nach 16 Monaten sofort wieder seinen Stammplatz ein und übernahm gegen Ghana Verantwortung als Elfmeterschütze. Serge Gnabry liefert wie beim FC Bayern. Deniz Undav stach mit seinem späten Siegtor gegen Ghana als Joker. Und wenn jetzt noch Jamal Musiala die WM-Fitness erlangt, scheint vieles möglich.

Zumal es beim Start ins WM-Jahr noch eine Entdeckung gab. Der 18 Jahre alte Lennart Karl überzeugte mit seinen Dribblings und seiner Forschheit auf dem Platz nicht nur den Bundestrainer bei seinen ersten Länderspielminuten. 

«Ich finde, er hat einen Supereindruck gemacht. Er hat investiert in beiden Spielen, er ist marschiert. Er hat den ersten Minischritt gemacht in die A-Nationalmannschaft. Er hat eigentlich keine Anlaufphase gebraucht. Es ist schon ein sehr, sehr guter Spieler», sagte Nagelsmann. Karl hat sich wohl in den WM-Kader gespielt. 

Undav und die verflixten Rollenprofile

26 Spieler darf der Bundestrainer mit nach Amerika nehmen. Nagelsmann hat aber jetzt schon klare WM-Rollen verteilt. Die erste Elf steht im Grunde, auch wenn zum Beispiel Matchwinner Undav deutlich mehr sein möchte als «nur» ein Joker. «Natürlich würde ich sie gerne verändern», sagte der 26-Jährige, der bei seinem Heimspiel in Stuttgart schon vor dem Tor lautstark gefeiert wurde.

Nagelsmann konnte sich jedoch bestätigt fühlen: Undav bringen - und dann schlägt der mit 18 Toren erfolgreichste Bundesliga-Torschütze hinter Harry Kane zu. «Ich glaube zu wissen, dass wir auch im Sommer auf jeden Fall Joker brauchen, die in der Lage sind, Spiele zu entscheiden. Er hat sein Tor gemacht, das ist sein Auftrag, das ist seine Rolle», sagte Nagelsmann. Ein Rollenwechsel bei Undav sei «eher unwahrscheinlich, weil ich die Rollengespräche nicht geführt habe für den März, sondern für die WM», bekräftigte Nagelsmann.

Der Ärger über die Pfiffe gegen Sané

Eines kam beim Bundestrainer und den Nationalspielern schlecht an - die Pfiffe gegen Leroy Sané, der diesmal erst in der 78. Minute hereinkam. Nagelsmann würde sich wünschen, dass man «den Spieler zumindest bei der Einwechslung so lange unterstützt, wie er den Adler auf der Brust trägt». Sané war mit einer gekonnten Kopfball-Vorlage dann noch entscheidend am Siegtor beteiligt. 

Schütze Undav richtete einen Appell an die Fans. «Wir brauchen jeden Spieler, egal ob man Leroy mag oder nicht, wir werden ihn brauchen. Wir wissen um seine Qualität. Und wir sind eine Mannschaft, wir sind eine Nation, wir müssen zusammenhalten, da darf man keinen ausgrenzen», sagte der Fan-Liebling.

Von Klaus Bergmann und Arne Richter, dpa
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