Seit rund 22 Jahren moderierte Stefan Mross das Format. (Archivbild)
Silas Stein/dpa
Seit rund 22 Jahren moderierte Stefan Mross das Format. (Archivbild)
Absetzung nach rund 30 Jahren

«Immer wieder sonntags»: Schluss oder nur Pause?

Die Kultshow «Immer wieder sonntags» wird ein letztes Mal im Ersten ausgestrahlt. Moderator Stefan Mross gibt sich jedoch kämpferisch - und plant, das Format weiterzuführen.

Nach mehr als 30 Jahren fällt der Vorhang für eine Schlagergröße im deutschen Fernsehen. Kommenden Sonntag (10.00 Uhr) läuft die finale Ausgabe der Show «Immer wieder sonntags» (Das Erste). Der Südwestrundfunk (SWR) führt das Format, das über Jahrzehnte hinweg Millionen Zuschauer hatte, nicht fort. Doch Moderator Stefan Mross (51) zeigt sich entschlossen: Er will mit der Show weitermachen.

«Ich werde nichts vermissen, weil ich weiß, es geht weiter», sagte Mross der Deutschen Presse-Agentur. «Der Optimismus ist da, dass es weitergeht.» Er habe bereits zahlreiche Gespräche unter anderem mit Fernsehsendern geführt, die Interesse an einer Fortführung der Show hätten. Details nannte Mross nicht. Sein großer Wunsch sei außerdem, weiter aus dem Europa-Park moderieren zu können, mit dem er sich seit Kindheitstagen verbunden fühle.

Ausstrahlung seit 1995

«Immer wieder sonntags» ging erstmals am 11. Juni 1995 im Ersten auf Sendung und wurde bis 2003 von Max Schautzer moderiert. Schauspieler und Moderator Sebastian Deyle übernahm 2004, blieb aber nur eine Staffel. Stefan Mross übernahm schließlich im Jahr 2005 - und mit dem Musiker als Gastgeber sowie einem neuen Konzept stiegen die Quoten der Show deutlich. Produziert wurde die Open-Air-Sendung seit 1998 auf dem Gelände des Europa-Parks in Rust, zuletzt neben der Wasserwelt Rulantica.

Der im bayerischen Rosenheim geborene Mross gab dem Format sein heutiges Gesicht. Er brachte seine Trompete sowie seine Leidenschaft für Schlager und Volksmusik mit. Ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgskonzepts war die Nähe zum Publikum. Mross holte Menschen auf die Bühne, ließ Kinder singen, forderte das Publikum bei Spielen und Wettbewerben heraus und stellte sich selbst teils kuriosen Aufgaben. Die Sendung bot Schlagerstars eine Bühne - aber auch Volksmusik-Acts und Newcomern.

Sparmaßnahmen als Grund für die Absetzung

ARD und SWR begründeten die Absetzung im Frühjahr mit Sparmaßnahmen und dem Wunsch, neue digitale Formate zu entwickeln sowie sich auf ein jüngeres Publikum zu konzentrieren. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler nannte es eine «schmerzhafte» Entscheidung, die dem Sender «angesichts des großen Erfolgs» nicht leicht gefallen sei. 

Hinter den stabilen Quoten steckt dem SWR zufolge ein strukturelles Problem: Bei gleichem Marktanteil erreiche die Sendung heute rund 30 Prozent weniger Menschen als vor zehn Jahren – weil schlicht weniger Menschen lineares Fernsehen schauen. Die Nutzung durch 14- bis 49-Jährige habe sich im gleichen Zeitraum halbiert.

Für Mross ist die Entscheidung trotzdem nicht nachvollziehbar. Drei Generationen säßen mittlerweile im Publikum, vom Kind bis zur Großmutter. «Von mir aus hätte es in den nächsten zehn Jahren noch weitergehen können», sagte der Oberbayer. «Ich gehe raus mit einem weinenden Auge, aber auch mit einem lachenden - weil ich einfach eine superschöne Zeit hinter mir habe.»

Bis zuletzt waren die Quoten stark. Im vergangenen Jahr schauten die zwölf Live-Ausgaben im Ersten im Schnitt 1,26 Millionen Menschen, die Sendung erreichte einen durchschnittlichen Marktanteil von rund 17 Prozent.

Inhalt der finalen Ausgabe ist ein Geheimnis

Im kommenden Jahr geht Mross auf eine eigens geplante Tour mit dem Namen «Immer wieder Stefan». Rund 60 Termine sind bereits geplant. Den Zeitraum zwischen Anfang Mai und September, in dem «Immer wieder sonntags» immer lief, habe er sich für alle Fälle freigehalten. Für das Publikum bedeutet die Absetzung zumindest vorerst den Verlust eines festen Sommerrituals. Jahr für Jahr pilgerten Schlagerfans aus dem gesamten deutschsprachigen Raum in den Europa-Park, um die Show live zu erleben.

Was die finale Ausgabe angeht, darf Mross nach eigener Aussage bei den Proben nicht dabei sein. Er wisse nicht, was ihn an dem Tag erwartet. «Ich weiß nur, dass Andy Borg und Stefanie Hertel in der Sendung sind», sagte er lachend. Weitere Gäste wurden bislang nicht öffentlich gemacht. Die letzten 30 Sekunden der Show sollen dem 51-Jährigen zufolge jedoch ganz besonders werden.

Von Magdalena Henkel, dpa
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