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Verband des Deutschen Friseurhandwerks richtet Wutbrief an Fußballer

Frisch frisierte, gestylte und gegelte Fußballprofis – am vergangenen Wochenende war in der Sportschau deutlich zu sehen, dass die Sportler offenbar eine Ausnahmerolle im aktuellen Friseur-Lockdown haben. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hat in diesem Zuge einen Wutbrief an DFB-Präsident gerichtet.

Fußballer sind Vorbilder für viele junge Menschen

„Mit großer Verwunderung mussten wir [...] an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frischgeschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte: Ein rasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können“, heißt es im Brief an den DFB. Schließlich seien Profifußballer für viele junge Menschen Vorbilder - und eben auch öffentliche Personen. In Kollegenkreisen sei das laut des Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks schon seit einiger Zeit ein Thema. „Frischfrisierte Fußball-Stars setzen eine gesamte Branche unter Druck: Viele Friseurbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht, Beschäftigte und Betriebsinhaberinnen und  Betriebsinhaber müssen derzeit mit Kurzarbeitergeld oder ganz ohne Einkommen zurechtkommen. Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst.“

 

Hohe Strafen für Friseure

Eine Frage, die viele beschäftigt: Wie kommen die Fußballer zu den top gestylten Frisuren? Verstöße würden hoch bestraft, so Harald Esser, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks. „Das sind mindestens 250 Euro, die für jede Seite dann fällig werden. Das geht dann bis 2500 Euro bei Wiederholung - und auch bis zu 25.000, wenn da ein System hintersteht“, schilderte der Präsident laut dpa. „Wir erwarten eigentlich, dass die Vereine ihren Mitarbeitern klar machen, dass es das momentan nicht gibt“, betonte Esser. „Da möge man sich dran halten.“

 

Der ganze Brief des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks (Quelle: Facebook)

"Sehr geehrter Herr Präsident Keller,

die rund 80.000 Salons des deutschen Friseurhandwerks sind seit dem 16. Dezember 2020 geschlossen und leisten einen enormen Beitrag zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Das Erbringen von Friseurdienstleistungen ist unter Androhung hoher Bußgelder somit seit vier Wochen in Deutschland verboten.

Mit großer Verwunderung mussten wir daher an den vergangenen Spieltagen feststellen, dass ein Großteil der Fußballprofis sich mit frischgeschnittenen Haaren auf dem Platz präsentierte: Einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken- und Schläfenhaar, saubere Konturen. Frisuren, die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können.

Frischfrisierte Fußball-Stars setzen eine gesamte Branche unter Druck: Viele Friseurbetriebe sind in ihrer Existenz bedroht, Beschäftigte und Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhaber müssen derzeit mit Kurzarbeitergeld oder ganz ohne Einkommen zurechtkommen. Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst.

Es ist ein großes Privileg, dass der Profifußball trotz einer Pandemie weiterhin stattfinden darf. Fußballer sind Vorbilder, nicht nur für junge Leute. Wir appellieren daher an Sie und den DFB: Zeigen Sie in Zeiten wie diesen Solidarität und setzen Sie mit uns ein Zeichen gegen Schwarzarbeit. Lassen Sie uns den Weg der Pandemiebekämpfung gemeinsam gehen.

Mit freundlichen Grüßen

ZENTRALVERBAND DES DEUTSCHEN FRISEURHANDWERKS"

 

Quelle: dpa / Facebook