Streit um Wetterstation Lingen wird immer schärfer

Wie erwartet gab es am 02. Juni den ersten Hitzetag des Jahres. Die Wetterstation in Trier in Rheinland-Pfalz hat exakt 30,0 Grad gemessen und damit das Kriterium für einen Hitzetag erreicht. Noch weiter vorne mit dabei war- wie schon erwartet – die Wetterstation Lingen (Foto) mit ihren fragwürdigen Messungen. An der DWD-Station in Lingen wurde nun weitere massive Kritik laut.

"Unseriöse Messdaten"

Seit Wochen kritisiert der Wetterdienst Q.met die unseriösen Messdaten der Wetterstation Lingen. Mittlerweile hat der Deutsche Wetterdienst eingeräumt die Wetterstation endlich verlegen zu wollen. Der Standort sei nicht optimal. Sie misst ständig extrem hohe Temperaturen. Sogar der Allzeitrekord von 42,6 Grad wurde am 25. Juli 2019 dort gemessen und anerkannt, obwohl sämtliche Wetterstationen drum herum zum Teil deutlich tiefere Messwerte gemessen haben.

In den vergangenen Tagen war es wieder sehr extrem. Seit vergangenen Freitag bis einschließlich 02.06. hat diese Wetterstation im Nordwesten Deutschlands täglich den absoluten Höchstwert von allen Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes gemessen. Und das teilweise mit 5 bis 6 Grad höheren Werten als Vergleichsstationen in der näheren Umgebung.

 

Unterstützung vom ARD-Wetterexperten Karsten Schwanke

„Diese Wetterstation gehört abgeschaltet und der Allzeitrekord aberkannt“, fordert RPR1.Wetterexperte, Diplom-Meteorologe Dominik Jung seit langem. Nun bekommt er Unterstützung vom ARD-Wetterexperten Karsten Schwanke. Dieser äußerte sich auf Twitter im Disput mit einem Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienst: 

Der Deutsche Wetterdienst hatte in seiner jüngsten Wetterauswertung für den Frühling 2020 die Wetterstation Lingen wieder in den Mittelpunkt gestellt und erklärt, dass sei im Frühling 2020 mit 29,4 Grad der wärmste Ort in Deutschland gewesen, wohlwissend, dass der Standort für eine seriöse Messung total unpassend ist.

Karsten Schwanke wirft dem DWD sogar „Gutsherrenart aus dem letzten Jahrhundert“ vor. „Karsten Schwanke hat völlig recht. Der Deutsche Wetterdienst fordert selbst von allen anderen immer Seriosität ein, kann diese aber selbst nicht leisten“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung.

 

Mitarbeiter verteidigt DWD

Der DWD-Mitarbeiter Adrian Leyser versucht im Disput mit Karsten Schwanke natürlich seinen Arbeitgeber zu verteidigen. Wirkliche Argumente, wieso der Deutsche Wetterdienst vehement an den unseriösen Wetterdaten aus Lingen festhält, kann er allerdings nicht liefern. Auf die Sachlage selbst geht er überhaupt nicht ein. Sondern fühlt sich und den Deutschen Wetterdienst einfach nur angegriffen. „Schade eigentlich. Statt zu erklären wieso der Deutsche Wetterdienst weiterhin auf die Wetterdaten von dieser Station setzt, kommen nur Verteidigungen, aber keine wissenschaftliche Argumente“, so Wetterexperte Jung.

Auch im größten Wetterforum Deutschlands brodelt die Wut der Hobbymeteorologen immer weiter in die Höhe. So schreibt der User „Wolke7“ im Forum der Wetterzentrale: „Mit genau Sowas macht sich der DWD einfach nur lächerlich. Bloß keine Fehler eingestehen. Es doch nicht sein dass diese Station weiter Daseinsberechtigung von Seiten des DWD erhält. Lächerlich. Deppentruppe beim DWD, ganz ehrlich“. [sic]

Der Disput zwischen dem Deutschen Wetterdienst und der gesamten restlichen Meteorologenwelt in Deutschland ist noch nicht vorbei…

 

Quelle: www.wetter.net

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