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Tierquälerei-Skandal im Allgäu

Schwerer Verdacht auf Tierquälerei in einem der größten Milchviehbetriebe Bayerns:

Die Staatsanwaltschaft Memmingen bestätigte am Dienstag die Aufnahme von Ermittlungen. Sie prüft die Echtheit von Aufnahmen eines Tierrechtsvereins. Zuvor hatten die «Süddeutsche Zeitung» (SZ) und die ARD-Politikmagazine «Report Mainz» und «Fakt» berichtet. Das
Material aus den Ställen des Milchviehbetriebs im Landkreis Unterallgäu kam dem Bericht zufolge vom Tierrechtsverein «Soko Tierschutz» und soll zeigen, wie Kühe getreten und geschlagen oder mit einem Traktor durch einen Stall geschleift werden.

Zudem würden Kühe stundenlang an Kopfverletzungen von Bolzenschüssen verenden, anstatt durch Ausbluten nach Betäubung. Der Familienbetrieb mit insgesamt 1800 Milchkühen soll dem Tierrechtsverein zufolge bereits seit Jahren gegen Tierschutzvorschriften verstoßen. Eine Stellungnahme zu den Vorwürfen lehnte der Betrieb zunächst ab.

Die Milch des Hofes wird von einer Käserei in Lauben (Landkreis Oberallgäu) verarbeitet, die ihre Produkte weltweit verkauft. Das Unternehmens distanzierte sich von den Vorfällen und will die Vorwürfe prüfen. Eine Kündigung der Zusammenarbeit mit dem Milchbetrieb sei nicht ausgeschlossen.

Kranke Kühe des Familienbetriebs seien beim Großschlachthof «Vion» in Buchloe (Landkreis Ostallgäu) abgeliefert worden, hieß es in dem «SZ»-Bericht. Teile mindestens eines kranken Tieres seien zum menschlichen Verzehr freigegeben worden. Das Schlachtunternehmen teilte auf Anfrage mit, es prüfe die Vorwürfe.

Quelle: dpa