Schon "wieder" ein Jahrhundertwinter?

Wie schon im vergangenen Jahr wird auch für diesen Winter wieder viel Schnee und Frost angekündigt. Das Wetterphänomen La Nina soll Schuld sein.

Drei Jahre lang "Jahrhundertwinter" angekündigt

Letztes Jahr war die angeblich schwache Sonne Schuld, 2018 sagte die Pflanze "Königskerze" einen strengen Winter voraus. Dieses Jahr soll nun das Wetterphänomen "La Niña", zwischen Südamerika und Australien, für Kälte in Europa sorgen. Übrigens: In Sachen Jahrhundertwinter tat sich in den letzten Jahren - nichts.

 

Die Hintergründe der Theorie

In „normalen“ Jahren treiben die Passatwinde das warme Wasser von der südamerikanischen Westküste an die australische Ostküste. Damit „schieben“ Wind und Wasser die gesättigte Luft Richtung Asien und Australien, wo sich Wolken bilden, die über der gesamten Gegend abregnen. Ein sogenannter „El Niño“ tritt in einem regelmäßigen Zyklus von ungefähr vier Jahren auf und kehrt dieses System um.

Durch schwache, versiegende Passatwinde bilden sich nicht die großen Strömungskanäle im Pazifik – mit gravierenden Folgen: Die Meeressströme drehen sich um und fließen von Australiens Ostküste gen Osten Richtung Südamerika. Eine große Dürre macht in diesen Jahren Australien zu schaffen, während die mitgezogenen Wolken die Anden erreichen.

 

"La Niña" folgt auf „El Niño“

Auf ein solches „El Niño“ Jahr folgt meist "La Niña": Durch unterschiedlichen Luftdruck werden die Passatwinde verstärkt und sorgen somit für einen Warmwasserstrom Richtung Süd-Ost-Asien. Kaltes Tiefenwasser fließt vor Peru nach und kühlt das Oberflächenwasser um bis zu drei Grad ab: Mit weltweiten Folgen - und einer Tendenz für tiefe Temperaturen in Europas Winter.

 

Modelle zeigen jedoch warmen Winter

Natürlich kann "La Niña" Einfluss auf den Winter haben, erläutert RPR1. Wetterexperte Dominik Jung. Doch es ist nur einer von ganz vielen Faktoren die eine Rolle spielen. Was aber mit Sicherheit noch nicht klar ist: Ob Weihnachten weiß und kalt wird, denn dazu kann man heute noch überhaupt keine Aussage treffen.

Ende Oktober eine Wetterprognose für den 25. Dezember abzugeben ist wissenschaftlich nicht möglich. Die Langfristmodelle vom US-Wetterdienst NOAA und vom europäischen Wetterdienst deuten aber, trotz "La Niña" alle beide auf einen eher zu warmen Winter hin.  

 

Dominik Jung: Kein Wintereinbruch in Sicht

In Spanien werden heute im Süden sogar bis zu 31 Grad erreicht, im Norden Marokkos steigen die Werte heute noch höher, bis 36 Grad werden hier heute Nachmittag erwartet. Bei uns in Deutschland ist morgen und am Donnerstag bei 24 oder 25 Grad Schluss, vielleicht Richtung Alpenrand auch knapp noch 26 Grad, mehr dürften es aber nicht werden. Durchweg golden ist es aber nicht. Wolken sind immer mit dabei, teilweise auch Nebel. 

„Die warmen Luftmassen bleibt uns wahrscheinlich bis Monatsende erhalten. Ein Wintereinbruch ist bis Ende Oktober nicht in Sicht“ erklärt Wetterexperte Jung. 

 

Die RPR1.Vorhersage

Dienstag: 13 bis 20 Grad, viele Wolken teilweise Sonne, im Nordwesten etwas Regen

Mittwoch: 15 bis 25 Grad, Mix aus Sonne und Wolken, besonders am Alpenrand Föhn und sehr warm

Donnerstag: 17 bis 25 Grad, mal Sonne, mal Wolken, nach Westen und Norden etwas Regen

Freitag: 14 bis 20 Grad, Mix aus Sonne und Wolken und einzelnen Regenschauern 

Samstag: 13 bis 18 Grad, viel Sonne, ein paar Wolken, trocken

Sonntag: 13 bis 17 Grad, recht freundlich und immer wieder Sonnenschein 

 

Quelle: wetter.net, Dominik Jung