150 Menschen mit Atemwegsbeschwerden nach Säure-Austritt

Nach dem Austritt von Schwefelsäure aus einem riesigen Tank einer Chemiefirma in Oberhausen haben sich 150 Menschen mit Atemwegsbeschwerden beim Rettungsdienst gemeldet.

Gefährliche Säurewolke im Ruhrgebiet

Eine gefährliche Säurewolke zieht nach einem Zwischenfall in einem Chemiebetrieb über Teile von Oberhausen im Ruhrgebiet. Die Behörden warnten die Anwohner, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ein Sprecher der Feuerwehr berichtete von einer „drückenden Wetterlage“, die dafür sorge, dass sich die gefährliche Wolke in Bodennähe befinde.

Aus einem Tank mit 600 Kubikmetern Fassungsvermögen war 96-prozentige Schwefelsäure ausgetreten. Dabei seien Dämpfe und eine Schwefelsäure-Wolke entstanden, teilte die Feuerwehr mit. Die Ursache für den Zwischenfall war zunächst unklar. Die sichtbare Wolke habe eine Ausdehnung von mehreren Hundert Metern und ziehe in Richtung Nordost, sagte ein Sprecher. Die Einsatzkräfte setzten Wasserwerfer ein, um sie zu bekämpfen. Die Stadt Oberhausen richtete ein Bürgertelefon ein, an das sich Anwohner mit Fragen zu der Schadstoffwolke wenden können: 0208/825-3168.

Über 150 Menschen verletzt

Ein Sprecher der Feuerwehr Oberhausen sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass mehrere Menschen an Atemwegsreizungen leiden. Sie würden ärztlich untersucht und behandelt. Unter den Betroffenen seien 110 Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen, die in der Nähe einen Werkhof unterhalten. Die anderen 40 Betroffenen, die sich mit Atemwegsreizungen meldeten, seien Mitarbeiter des Unternehmens, in dem der Unfall passierte. Menschen mit Beschwerden sollten den Notruf wählen.

Starke Verkehrsbehinderungen

Die Behörden sicherten den Bereich weiträumig ab. Dadurch kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. „Mehrere Hauptverkehrsadern sind gesperrt“, sagte ein Polizeisprecher. Auch der Verkehr auf der Autobahn 42 war stark beeinträchtigt. Eine nahe gelegene Abfahrt der Autobahn wurde gesperrt. In den nahe gelegenen Stadtteilen von Oberhausen wurde der Bus- und Bahnverkehr eingestellt. Auf dem Rhein-Herne-Kanal wurde der Schiffsverkehr gestoppt. Die Deutsche Bahn rechnete damit, dass auf der Linie von Wesel nach Düsseldorf und Koblenz zwischen dem Hauptbahnhof Oberhausen und Sterkrade bis zum Nachmittag keine Züge fahren können.

 

Quelle: dpa