Immer mehr Wölfe durchstreifen RLP

In Rheinland-Pfalz lassen sich inzwischen wieder mehr Wölfe blicken. Was sagen Naturschützer, Schäfer und Jäger zu den Raubtieren?

Lange Zeit ausgerottet

Seit 2012 wurden insgesamt 16 Wolfs-Individuen in Rheinland-Pfalz nachgewiesen, davon drei Totfunde, berichtet das Landesumweltministerium in Mainz laut Deutscher Presse Agentur (dpa). Die lange Zeit in Deutschland ausgerotteten Raubtiere bereichern die Artenvielfalt, erfreuen Naturschützer, reißen manchmal Schafe und versetzen Weidetierhalter in Aufregung. Auch mitten im Winter können jederzeit neue Wölfe auftauchen und Konflikte verschärfen, doch sie sind streng geschützt.

 

Nicht noch "Wolfsberater"

"Es werden immer mehr. Ihr einziger Feind hier hat vier Räder"

Werner Neumann, Vorsitzender der Schafhalter/Ziegenhalter und Züchter laut dpa

Übergriffige Wölfe müssten sofort weg, da bräuchte man nicht noch 50 Wolfsberater. Breche eines der Raubtiere in eine Schafherde ein, seien nicht so sehr zwei oder drei gerissene Tiere das Problem. Vielmehr könnten laut Werner Neumann auch hunderte verängstigte Schafe auf eine Bundesstraße oder Bahnstrecke drängen und Unfälle mit menschlichen Todesopfern verursachen. Zudem könne es in einer traumatisierten Schafherde zu Totgeburten kommen.  

 

Entschädigungen und Präventionsgebiete

Das Umweltministerium verweist auf den eigenen Wolfs-Managementplan mit Entschädigungen und Förderungen für Weidetierhalter in Rheinland-Pfalz. Bei dem seien nachweislich 9.000 Euro geflossen, für insgesamt 52 Nutztiere.

In den Wolfs-Präventionsgebieten Westerwald und Eifel-West könnten Halter von Schafen, Ziegen, Rindern, Damtieren, Lamas, Alpakas und maximal einjährigen Hauspferden und -eseln Elektrozäune und Herdenschutzhunde bezahlt bekommen, erläutert die dpa.

 

Scheue Wölfe

Wölfe sind scheu. Seit ihrer Rückkehr ist laut Ministerium bundesweit keine Attacke auf Menschen bekanntgeworden. Der Naturschutzbund (Nabu) beklagt Ängste und Vorurteile. Diese Tiere hätten es daher schwer: "Immer wieder werden Wölfe illegal geschossen oder werden Opfer auf unseren Straßen, die ihren Lebensraum durchschneiden." Der Nabu setzt sich vielfältig für die seltenen Tiere ein - Deutschland solle "zur sicheren Heimat für die Wölfe" werden.

Verbandschef Neumann sagt, Rheinland-Pfalz sei zu zersiedelt für diese großen Raubtiere - alle paar Kilometer gebe es ein Dorf: "Hier hat der Wolf nichts verloren. In der (ostdeutschen) Lausitz zum Beispiel ist es anders, da gibt es mehr Platz." Die Elektrozäune um Schafherden in Rheinland-Pfalz seien im Ernstfall zu niedrig: "Wölfe können zwei Meter hoch springen oder Zäune auch untergraben."

 

Quelle: dpa