Menschliche Knochen und Wrackteile im Rhein aufgetaucht!

Ein aus Bonn stammender Archäologe hat während einem Spaziergang am Rheinufer menschliche Knochen, Boot- und Flugzeugteile gefunden. Nach einer Recherche geht er davon aus, das Schicksal zweier Soldaten jetzt aufklären zu können.

Weltkriegsdrama

Ein mutmaßliches menschliches Drama kam jetzt durch das Niedrigwasser des Rheins zum Vorschein. Bei einem Spaziergang am Fluss entdeckte der Bonner Archäologe Oliver Kessler, laut dem Bonner Generalanzeiger, das Wrack eines Flugzeugs der Marke Junkers. Desweiteren befanden sich am Flussboden eine Feldflasche und mehrere verbrannte menschliche Knochen.

In der Nähe des Fundortes tauchten außerdem Teile von zwei Booten auf. Diese stammen vermutlich von den amerikanischen Pontonbrückenschiffen des Rheins. Solche Schwimmkörper wurden in dieser Gegend ausschließlich im zweiten Weltkrieg verwendet.

 



Seit 73 Jahren vermisst

Der Archäologe Kessler beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit den Geschehnissen des zweiten Weltkriegs. Er vermutet, dass die Flugzeug-Wrackteile die Überreste einer Maschine von 1945 sind. Am 8. März des letzten Weltkriegjahres wurde ein solches Flugzeug zwischen dem Gefängnisturm und dem Freiligrathhaus, auf der Höhe von Unkel, abgeschossen. Seitdem gelten die beiden Piloten als vermisst.

 

„Noch hütet der Rhein sein Geheimnis“

Dieser Titel ist die Überschrift eines Berichtes in der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom Dezember 1957. Zwischen 1953 und 1955 wurde bei mehreren Schiffen auf der Rheinfahrt der Rumpf aufgeschlitzt, auch damals herrschte Niedrigwasser. Mehrere Taucher suchten in der Folgezeit den Grund ab, fanden dort aber nichts.

Doch jetzt kann dieses Rätsel vielleicht geklärt werden, denn die Fliegerfracks liegen verdächtig nah an dem damaligen Unglücksort der Schiffe. Auch die Fundteile passen zur Maschinenart "Junkers" und können deswegen gut zurückdatiert werden. Die Reste der Pontonbrücke sind auch auf diese Angriffe im Jahr 1945 zurückzuführen, die hauptsächlich geflogen wurden, um diese provisorischen Brücken zu zerstören. 

Der Archäologe wird seine Funde dem Amt für Bodendenkmalpflege in Koblenz zur Verfügung stellen.